Flugzeugsuche per U-Boot: Zu tief getaucht
Suche nach Flug MH370 Erster U-Boot-Einsatz vorzeitig abgebrochen
Perth - Lange hatten Beobachter gespannt darauf gewartet, wann das Mini-U-Boot "Bluefin 21" bei der Suche nach dem verschollenen Flugzeug der Malaysia Airlines zum Einsatz kommen würde. Am Montag war es schließlich so weit - doch eine erste Tauchfahrt des unbemannten Wasserfahrzeugs musste vorzeitig abgebrochen werden.
Die "Bluefin 21" sei in Tiefen von mehr als 4500 Metern geraten, deshalb habe ein Sicherheitsmechanismus das U-Boot bereits nach sechs Stunden an die Wasseroberfläche zurückgebracht, teilte das Koordinationszentrum für die Suche in Perth mit. Eigentlich sind 16-Stunden-Einsätze am Meeresboden vorgesehen. Ob das Boot Hinweise auf Flug MH370 entdeckte, ist bislang unklar. Informationen zur Bodenbeschaffenheit, die die "Bluefin 21" speicherte, würden nun ausgewertet, teilte das Zentrum mit.
Das mit einem Sonargerät ausgerüstete U-Boot war am Montagabend vom australischen Spezialschiff "Ocean Shield" aus ins Meer gelassen worden, um nach Trümmerteilen der verschollenen Boeing 777 zu suchen. In welche Wassertiefen die "Bluefin 21" dabei konkret geriet, wurde nicht bekannt. Am Dienstag sei bei gutem Wetter ein neuer Start des Mini-U-Boots geplant.
Neuigkeiten gibt es unterdessen zum angeblichen Anruf, den der Co-Pilot des vermissten Flugzeugs kurz vor dem Verschwinden vom Radarschirm per Handy abgesetzt haben soll. Entsprechende Berichte einer malaysischen Zeitung hatten am Samstag Aufsehen erregt. Jetzt bestätigt CNN die Meldung : Demnach sagte ein namentlich nicht genannter US-Ermittler dem Nachrichtensender, das Handy von Fariq Abdul Hamid habe etwa zum Zeitpunkt des Verschwindens Verbindung zu einem Mobilfunkmast in Malaysia aufgenommen.
Der Sender befinde sich dem Ermittler zufolge auf der vor Malaysias Westküste gelegenen Insel Penang. Zum Zeitpunkt des Kontakts habe sich das Flugzeug nach Auffassung der Behörden bereits 30 Minuten lang auf dem neuen, westlichen Kurs befunden. Es gebe aber keinen Hinweis darauf, dass der Co-Pilot tatsächlich versucht habe, einen Anruf abzusetzen, berichtet CNN. Sein Handy sei lediglich angeschaltet gewesen und habe eine Netzverbindung gesucht.
Der Malaysia-Airlines-Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Die Maschine wechselte den Kurs und flog noch mehrere Stunden, ohne dass Flugsicherheitsbehörden Kontakt zu ihr hatten. Vermutlich stürzte sie über dem Indischen Ozean ab. Die Gründe für den plötzlichen Kurswechsel und das Abbrechen der Kommunikation sind unklar.