Vermisste Boeing MH370: Ermittler widerrufen Angaben - DER SPIEGEL
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Informationspanne der Ermittler Zeitpunkt der Funkstille von Flug MH370 ist doch unklar

Malaysia muss im Fall des verschwundenen Fluges MH370 eine neue Informationspanne einräumen: Die Ermittler können nun doch nicht sagen, wann genau das Kommunikationssystem ACARS der Boeing ausgeschaltet wurde - ob vor oder nach dem letzten Funkspruch aus dem Cockpit.
Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin: Details widerrufen
Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin: Details widerrufen

Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin: Details widerrufen

Foto: EDGAR SU/ REUTERS
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Kuala Lumpur/Peking - Es ist ein zentraler Punkt der Untersuchung, der zu zahlreichen Spekulationen führte: Wann wurden die Kommunikationssysteme der vermissten Boeing 777-200 ausgeschaltet?

Bislang hatten die malaysischen Ermittler behauptet, das Kommunikationssystem ACARS (hier finden Sie eine Erklärung) sei vor der letzten wörtlichen Meldung aus dem Cockpit abgeschaltet worden. Doch nun widerriefen die Behörden ihre Angaben.

Der Zeitpunkt der Abschaltung sei demnach doch unklar, er könne nicht ermittelt werden, sagte Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin Hussein. Das letzte ACARS-Signal sendete die Maschine um 1.07 Uhr, eine halbe Stunde später wäre das nächste Signal fällig gewesen - doch es kam nicht. Der letzte Funkspruch des Co-Piloten wurde um 1.19 Uhr gesendet, er lautete: "Alles klar. Gute Nacht."

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Inwieweit die neuen Erkenntnisse die Theorien einer möglichen Verwicklung eines der Piloten schwächt, ist unklar. Die malaysischen Ermittler sagten, die Suche nach der Maschine sei davon nicht beeinflusst. Man gehe weiterhin von einem "vorsätzlichen Handeln von jemandem in der Maschine" aus.

Die malaysischen Behörden hatten schon öfter mit fehlerhaften oder ungenauen Informationen für Verwirrung gesorgt, China nannte die Informationspolitik "chaotisch". Zuletzt hatten zudem chinesische Angehörige von Passagieren mit Hungerstreik gedroht, falls sie nicht mehr Informationen bekämen.

Eine weitere Informationspanne räumte Thailand ein: Demnach habe das Militärradar des Landes kurz nach dem Verschwinden der Boeing ein Flugzeug entdeckt, das in Richtung der Straße von Malakka unterwegs gewesen war. Doch die Information wurde nicht weitergegeben, erst jetzt machte die Luftwaffe die Sichtung öffentlich. Laut einem Sprecher sei die Anfrage bezüglich Informationen durch Malaysia unspezifisch gewesen.

Die Boeing 777-200 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März nach dem Start in Kuala Lumpur auf dem Weg nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Die Behörden gehen nach Auswertung von Radar- und Satellitendaten mittlerweile von zwei möglichen Flugkorridoren des Passagierjets aus, die sich von Kasachstan bis zum südlichen Indischen Ozean erstrecken. Das gesamte Suchgebiet umfasst 7,68 Millionen Quadratkilometer - eine Fläche, so groß wie Australien.

Möglicherweise ist das Flugzeug aber doch ganz woanders: Laut einem Bericht der Zeitung "Haveeru" hätten Bewohner einer Malediven-Insel nach dem Verschwinden des Flugs MH370 einen tieffliegenden Passagierjet gesehen. Das Flugzeug sei den Augenzeugen zufolge weiß mit roten Streifen gewesen - so sähen häufig auch die Flugzeuge der Malaysia Airlines aus.

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Ein Journalist der Zeitung erklärte, die Menschen der Insel Kuda Huvadhoo im Dhaal-Atoll hätten seit vorvergangenem Samstag auf die Sichtung hingewiesen. Aber erst jetzt habe seine Zeitung mehrere Augenzeugen persönlich sprechen können.

Den übereinstimmenden Berichten der Inselbewohner zufolge habe das Flugzeug um 6.15 Uhr Ortszeit die Insel überquert und dabei einen ohrenbetäubendem Lärm gemacht. "Ich habe noch nie ein Flugzeug so niedrig über unsere Insel fliegen sehen. Wir haben Wasserflugzeuge gesehen, aber ich bin sicher, dass das keines war", sagte ein Augenzeuge.

bka/dpa/AP/