Vermisste Mädchen: Belgien sucht Sexualstraftäter - DER SPIEGEL
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Vermisste Mädchen Belgien sucht Sexualstraftäter

Seit Tagen sind zwei Mädchen aus Lüttich spurlos verschwunden. Die Kinder hatten auf der Straße vor einem Bistro gespielt, in dem kurz zuvor ein verurteilter Sexualstraftäter gesichtet wurde. Nun werden Erinnerungen an den Fall Dutroux wach.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brüssel - Die siebenjährige Stacy und ihre vier Jahre ältere Schwester Nathalie werden seit Freitagabend vermisst. Auch von dem namentlich bekannten Verdächtigen fehlt jede Spur. Staatsanwältin Anne Bourguignont bat ihn im Fernsehen, sich umgehend bei der nächsten Polizeistation zu melden. Er gelte als "bevorzugter Zeuge".

Der 41-Jährige hatte sich nach Absitzen einer Haftstrafe zu Beginn des Jahres ein Zimmer im Lütticher Viertel Saint-Léonard gemietet. Dort befindet sich auch das Bistro, in dem die Eltern der Kinder saßen, als die Mädchen verschwanden. Der Gesuchte ist mit einer Kellnerin der Gaststätte befreundet. Seit dem Wochenende hat er seine Wohnung nicht mehr betreten.

Neben Interpol beteiligt sich auch die nach dem Fall Dutroux gegründete Vereinigung "Child Focus" mit 30.000 Plakaten an der Suche nach den Kindern. 1996 hatte die Entdeckung zweier Mädchenleichen im Garten des Pädophilen Marc Dutroux weit über Belgiens Grenzen hinweg Entsetzen erregt. Der Kinderschänder Dutroux wurde vor zwei Jahren wegen Entführung und Vergewaltigung von sechs Mädchen sowie wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

str/AFP