Vermisster Sechsjähriger: Helfer suchen Saale ab - DER SPIEGEL
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Vermisster Sechsjähriger Helfer suchen Saale ab

Seine Schwester wurde tot in der Saale entdeckt, von ihm fehlt weiterhin jede Spur: Einsatzkräfte setzen die Suche nach einem sechsjährigen Jungen in Sachsen-Anhalt fort. Die Polizei hält es für möglich, dass er sich versteckt.
Taucher der Bereitschaftspolizei von Sachsen-Anhalt: Suche nach sechsjährigem Jungen
Taucher der Bereitschaftspolizei von Sachsen-Anhalt: Suche nach sechsjährigem Jungen

Taucher der Bereitschaftspolizei von Sachsen-Anhalt: Suche nach sechsjährigem Jungen

Foto: dapd
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Weißenfels/Halle - Die Polizei hat nach dem Fund eines toten Mädchens in der Saale die Suche nach dem vermissten Bruder der Fünfjährigen wieder aufgenommen. Mit Tauchern, einem Boot und einem Hubschrauber solle der Fluss in Sachsen-Anhalt am Montag weiter abgesucht werden, sagte Polizeisprecher Ralf Karlstedt in Halle. Neben Polizisten sollen auch Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) zum Einsatz kommen. Die Suche nach dem Jungen war am Sonntagabend wegen Dunkelheit abgebrochen worden.

Die 43 Jahre alte Mutter hatte ihre beiden Kinder am Samstagnachmittag als vermisst gemeldet, weil die Geschwister nicht wie vereinbart auf einem Spielplatz waren - keine 250 Meter vom Wohnhaus entfernt. Am selben Tag wurde das Mädchen abends tot vor einem Wehr an einem Wasserkraftwerk in Weißenfels entdeckt, der Bruder blieb verschwunden.

Die Polizei hält es für möglich, dass der Junge noch am Leben sein könnte und sich versteckt hält, weil er wegen des Todes seiner Schwester Angst und Schuldgefühle habe. "Man kann nichts ausschließen", sagte der Sprecher. Es werde auch weiterhin im Stadtgebiet von Weißenfels auf Hinweise nach dem Jungen gesucht.

Am Montagmorgen begann die Feuerwehr von dem nördlich von Weißenfels gelegenen Bad Dürrenberg saaleaufwärts mit der Suche nach dem Sechsjährigen. In der Gegenrichtung durchkämmten THW-Mitglieder das Gebiet entlang des Flussufers. Zwischen beiden Orten hat die Saale eine Länge von etwa 15 Kilometern. Am Vormittag flog auch wieder ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera mehrfach über den Fluss. Erwartet wurde zudem die Tauchergruppe der Landesbereitschaftspolizei.

Hinweise auf ein Verbrechen gebe es nicht, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang von der Staatsanwaltschaft Naumburg. Die Behörde hat trotzdem eine Obduktion des toten Mädchens ins Auge gefasst.

Am Sonntagabend hatten mehr als 500 Weißenfelser bei einem Gottesdienst in der Marienkirche Anteil am Schicksal der Familie genommen. Die Stadt sagte den für Sonntag geplanten Karnevalsumzug ab.

wit/dapd/AFP