Vermisstes Mädchen: Spaziergänger entdeckt Julies Leiche - DER SPIEGEL
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Vermisstes Mädchen Spaziergänger entdeckt Julies Leiche

In einem Wald nahe der elsässischen Ortschaft Barr ist die Leiche der 14-jährigen Julie gefunden worden. Das Mädchen wurde seit acht Tagen vermisst. Die Polizei überprüft nun Zusammenhänge mit zwei anderen Mordfällen, als Hauptverdächtiger gilt der vorzeitig aus der Haft entlassene Gewaltverbrecher Pierre Bodein.
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Straßburg - Die Mädchen-Leiche wurde am Samstag von einem Spaziergänger in einem Bach nahe der Ortschaft Barr entdeckt, rund 20 Kilometer von Julies Heimatort Schirmeck entfernt. Julies Familie sei über den Fund informiert worden, teilte deren Anwalt mit. Das Mädchen war am 25. Juni beim Heimweg mit ihrem Fahrrad spurlos verschwunden.

Die Ermittler prüfen nun Ähnlichkeiten mit dem Tod der elfjährigen Jeanne-Marie und einer 38-jährigen Frau, deren Leichen im Abstand weniger Tage ebenfalls in elsässischen Flussläufen gefunden wurden. Ein Mann habe Julie beim Wasserholen für seinen Garten entdeckt, teilte der Staatsanwalt Pascal Schultz aus Colmar mit.

Die "Nähe von Zeit und Raum" gebe Anlass zur Prüfung, ob die drei Fälle zusammen gehörten, erklärte die Gendarmerie von Straßburg. Der am 22. Juni gefundene nackte Körper der 38-jährigen Hedwige Vallée hatte Stiche am Unterleib aufgewiesen. Auch an der Leiche Jeanne-Maries waren Stiche und Hinweise auf sexuellen Missbrauch festgestellt worden. Ob dies auch für Julie zutrifft, wollten die Ermittler nicht sagen.

Bereits am Donnerstag war der vorbestrafte Gewalttäter Pierre Bodein alias "Pierrot le fou" ("der verrückte Pierrot") unter dem Verdacht festgenommen worden, Julie entführt zu haben. In seinem Auto wurde Blut des Mädchens gefunden, Spuren seines Blutes fanden sich auch auf Julies Fahrrad. Bodein streitet jedoch jede Beteiligung an Julies Verschwinden ab. "Sein Credo ist, dass er ein Dieb ist, aber kein Kindermörder", sagte sein Anwalt.

Im Falle Jeanne-Maries ermitteln die Behörden gegen sechs Angehörige einer Familie, mit denen Pierre Bodein bekannt oder sogar verwandt sein soll. Der 56-Jährige hat bereits 35 Jahre unter anderem wegen Vergewaltigung und Mordversuchs in psychiatrischen Anstalten und Gefängnissen zugebracht. Zuletzt war er 1996 zu 28 Jahren Gefängnis verurteilt worden, kam aber kürzlich vorzeitig frei.

Etwa 120 Bürger demonstrierten am Samstag in Straßburg gegen Bodeins Haftentlassung. Sie trugen ein Transparent mit der Aufschrift "Strikter Vollzug der Haftstrafen" zum Gerichtsgebäude. Zuvor hatte Colmars Staatsanwalt Bernard Legras erklärt: "Wir sind alle sehr verärgert wegen dieser Geschichte, aber die Richter haben die geltenden Gesetze angewandt."