Verschmähte Männer Säureattacken auf unwillige Frauen
Dhaka - Allein im vergangenen Jahr wurden 280 Menschen in Bangladesch Opfer von Säureattacken, von denen mehr als zwei Drittel Frauen waren, heißt es in einem Bericht der Hilfsorganisation "Überlebende der Säure". Die Täter seien in den meisten Fällen Männer, deren Annäherungsversuche oder Heiratsanträge abgewiesen wurden.
Doch bei den brutalen Übergriffen handelt es sich nicht um Einzelschicksale. Frauenrechtlerinnen sprechen bereits von einer neuen Methode der Unterdrückung.
Um die stark steigende Zahl von Säure-Attacken zu reduzieren, schränkt die Regierung nun den Handel mit den gefährlichen Substanzen stark ein. Der Gebrauch und Verkauf von Säure soll künftig von Inspektoren überwachen werden, heißt es in einer Regierungserklärung von Dienstag. Die Täter beschaffen sich die Säure in Batteriegeschäften oder Metallbetrieben.
Die Opfer erleiden meist Verätzungen im Gesicht, besonders gefährdet sind dabei die Augen. Oft führt eine Säureattacke zum vollständigen Erblinden.
Um die verbreitete Art der Rache besser bekämpfen zu können, bereitet die Regierung nun Gesetze vor, wonach die Täter schneller verurteilt werden können. Sondergerichte sollen für Säure-Attacken die Todesstrafe verhängen können.
Bereits vor rund zwei Jahren hatte das Kinderhilfswerk der Uno auf die neue Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Bangladesch hingewiesen. Laut der Organisation treten die Attentate erst seit wenigen Jahren vermehrt auf.