Verschwundene Boeing: Kaum Aussicht auf Erfolg - DER SPIEGEL
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Verschwundene Boeing Zeit für Durchhalteparolen

Malaysias Premierminister will die Suche nach Flug MH 370 fortsetzen, bis das Rätsel des verschwundenen Flugzeugs gelöst ist. Viel mehr als solche Durchhalteparolen bleiben den Beteiligten nicht - die Chance auf eine erfolgreiche Suche schwindet.
Suchflugzeug beim Start auf Pearce-Luftwaffenbasis: Kaum Aussicht auf Erfolg
Suchflugzeug beim Start auf Pearce-Luftwaffenbasis: Kaum Aussicht auf Erfolg

Suchflugzeug beim Start auf Pearce-Luftwaffenbasis: Kaum Aussicht auf Erfolg

Foto: ROB GRIFFITH/ AFP
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Perth/Kuala Lumpur - Najib Razak flüchtet sich bei der Suche nach Flug MH 370 in Zweckoptimismus. Man werde nicht aufhören, bis man Antworten habe, sagte Malaysias Premierminister. Gemeinsam mit seinem australischen Amtskollegen Tony Abbott hat er die Pearce-Luftwaffenbasis bei Perth besucht. Von dort aus starten die Maschinen, um im südlichen Indischen Ozean nach der verschollenen Boeing zu suchen.

Beobachter werteten den Besuch als symbolischen Akt, mit dem den Angehörigen der Passagiere signalisiert werden soll, die Suche stehe nach wie vor ganz oben auf der Prioritätenliste. "Bis wir das Flugzeug finden, können viele Familien nicht trauern. Ich kann mir nicht vorstellen, was sie durchmachen. Aber ich kann versprechen, dass wir nicht aufgeben", sagte Razak.

Gut möglich, dass er seine Worte irgendwann bereut. Denn selbst die Behörden in seinem Land machen sich daran, Angehörige der Insassen und die Öffentlichkeit darauf vorzubereiten, dass das Verschwinden des Flugzeugs für immer ein Rätsel bleiben wird. Erst am Mittwoch hatte die Polizei in Malaysia davor gewarnt, es sei gut möglich, dass der Fall nie geklärt werde.

Abbott scheint eher bereit, dieser Erkenntnis auch öffentlich Rechnung zu tragen - auch wenn er ein Zeitlimit für die Suche ablehnt. Er nannte die Suche die "schwierigste in der Geschichte der Menschheit". Es ist schon fast einen Monat her, dass die Maschine nach dem Start in Kuala Lumpur spurlos verschwand. 239 Personen waren an Bord. Australien koordiniert die Suche, Malaysia leitet aber die Ermittlungen; die Maschine war in dem Land registriert. Schon mehrmals mussten die malaysischen Behörden Ermittlungspannen einräumen - zuletzt war der Wortlaut des letzten Funkspruchs der Maschine korrigiert worden.

Keine greifbaren Erfolge nach wochenlanger Suche

Am Donnerstag waren acht Flugzeuge und neun Schiffe an der Suche beteiligt. Auch ein U-Boot ist im Einsatz. Doch wie schon in den Tagen und Wochen zuvor haben sie nichts an greifbaren Erfolgen vorzuweisen.

Die Suchteams haben noch immer keine Ahnung, wo genau sie Ausschau halten sollen - schon mehrmals wurde das Suchgebiet verlagert, noch immer ist es Hunderttausende Quadratkilometer groß. Mögliche Wrackteile auf Satellitenfotos wurden nie gefunden oder erwiesen sich als gewöhnlicher Müll. Und es bleiben nur noch wenige Tage, bis die Blackbox keine Signale mehr sendet - die Wahrscheinlichkeit, sie danach zu finden, ist nahezu null.

Ein australisches Kriegsschiff hat ein Gerät an Bord, das die Signale empfangen kann - es ist allerdings noch auf dem Weg ins Suchgebiet. Ohne die Daten aus der Blackbox und Wrackteile dürfte es unmöglich sein, jemals mehr über das Flugzeug zu erfahren.

Auch eine weitere Spur, die Überprüfung der Passagiere, hat nichts ergeben. Es gebe keine Hinweise, dass die 227 Fluggäste etwas mit dem Verschwinden des Flugzeugs zu tun hätten, teilte die malaysische Polizei mit. Bleibt die Besatzung, insbesondere die beiden Piloten, der 53-jährige Zaharie Ahmad Shah und sein 27-jähriger Co-Pilot Fariq Abdul Hamid. Aber auch bei ihnen sehen Ermittler keine Anzeichen für ungewöhnliche Aktivitäten. Das FBI überprüfte den Flugsimulator des älteren Piloten, fand aber keinerlei Verdachtsmomente. 

Auch Razaks Ehefrau Rosmah Mansor war mit nach Perth gekommen. Sie sprach mit Danica Weeks, der Frau eines Passagiers. Der Besuch aus Malaysia tue gut, sagte Weeks. Aber die große Unsicherheit über das Schicksal des Fluges mache es unmöglich, den Verlust zu verarbeiten. "Man kann nicht um jemanden trauern, wenn man nichts Konkretes hat", sagte Weeks dem TV-Sender Channel 9.

Foto: SPIEGEL ONLINE
ulz/AFP/dpa/Reuters/AP