Verschwundenes Baby: Staatsanwalt verdächtigt Eltern - DER SPIEGEL
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Verschwundenes Baby Staatsanwalt verdächtigt Eltern

Die Ermittler zweifeln inzwischen an der Geschichte, die die Eltern über das Verschwinden des Babys vom Rücksitz ihres Autos erzählen. Eine Vermutung ist, dass das Baby nach Syrien gebracht wurde.
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Mainz - "Wir haben den Eindruck, dass die Beteiligten mehr wissen, als man uns sagt", erklärte der Mainzer Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Puderbach am Donnerstag. Der Hintergrund für das Verschwinden Sarahs "dürfte im familiären Bereich liegen." Polizei und Staatsanwaltschaft setzten am Donnerstag die Verhöre der Eltern und weiterer Familienangehöriger fort.

Puderbach sagte, die Ermittler gingen davon aus, dass das Kind gegen den Willen zumindest eines Elternteils verschleppt wurde: "Die Eltern sind auch Opfer." Es sei nicht auszuschließen, dass das sechsmonatige Mädchen nach Syrien, ins Heimatland des 24-jährigen Vaters, gebracht worden sei. Der Oberstaatsanwalt sagte, es sei nicht selten, dass Kinder aus islamischen Familien mit deutschem Wohnsitz in das jeweilige Heimatland gebracht würden, um sie dort aufwachsen zu lassen. Polizei und Staatsanwaltschaft gingen jedenfalls davon aus, dass es dem Kind gut gehe.

Die sechsmonatige Sarah war am vergangenen Samstag auf dem Parkplatz eines Mainzer Einkaufszentrums verschwunden. Nach ersten Vermutungen hatten Unbekannte das kleine Mädchen in einem unbewachten Moment aus dem Auto der Eltern geraubt. In einer Pressekonferenz appellierte die 19-jährige Mutter, eine Deutsche, am Montag an die mutmaßlichen Entführer, sich bei den Eltern zu melden.

Vieles an dem Verschwinden des Kindes war von Beginn an seltsam. So gab der Vater an, er habe den Wagen abgeschlossen und die Fenster hoch gekurbelt. Aufbruchspuren waren an dem Fahrzeug aber nicht zu entdecken.