Versuch Nummer sechs: Steve Fossett wieder im Ballon - DER SPIEGEL
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Versuch Nummer sechs Steve Fossett wieder im Ballon

Fünfmal ist Steve Fossett schon gescheitert, doch diesmal soll seine erste Weltumrundung in einem Ballon endlich klappen. Am Morgen hob der 58-jährige Millionär im westaustralischen Northam ab. In 20 Tagen will er dort auch wieder landen.
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Sydney - Schon vor dem Start hatte Steve Fossett wieder mit dem Wetter zu kämpfen. Starke Winde verzögerten das Aufblasen seines Ballons "Spirit of Freedom". Um 11.35 Uhr (3.35 Uhr MESZ) stieg die Silberkugel dann endlich in die Luft. Die Zuschauer klatschten begeistert.

Wie schon fünfmal zuvor gab sich Fossett auch diesmal wieder optimistisch. "Es sollte erfolgreich sein", sagte der Abenteurer. Mit Blick auf die vorausgegangenen Fehlschläge betonte er, in diesem Jahr bessere Chancen zu haben.

Zwar sei er auch weiterhin von Luftströmungen und Winden abhängig, jedoch hätten Verbesserungen am Ballon und an der Gondel seine Aussichten auf einen Rekordflug gesteigert. Trotzdem seien auch diesmal Probleme nicht auszuschließen. So könne er zurzeit noch nicht sagen, wo er genau landen werde, erklärte Fossett am Dienstag.

Von seinem Startpunkt in Australien bewegte sich Fossett mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 55 Knoten in Richtung Neuseeland. Sein Kontrollzentrum in St. Louis, Missouri, erklärte, dass der Ballon bei den gegenwärtigen Wetterbedingungen den Pazifik innerhalb von sechs Tagen überqueren könnte.

Danach will der Abenteurer über den südlichen Atlantik und Afrika zurück nach Northam fliegen. Die knapp 30.000 Kilometer lange Strecke will Fossett innerhalb von 20 Tagen schaffen. Seine "Spirit of Freedom" ist als Spezialballon mit einer Kapsel und einem Druckausgleichssystem für die Extrembelastung ausgerüstet.

Die Kapsel selbst bietet nur wenig Platz. In ihr befindet sich die gesamte elektronische Ausrüstung wie Satellitentelefon und Positionierungssystem. Auf Grund der Flughöhe muss Fossett über ein Sauerstoffgerät atmen. Seine Mahlzeiten bestehen aus Fertigportionen, wie sie auch beim Militär benutzt werden. Während der Reise wird Fossett nur kurze Pausen haben und nicht mehr als vier Stunden pro Tag schlafen können.

Gewitter, Sauerstoffmangel und Übermüdung hatten Fossett zuletzt im August vergangenen Jahres gezwungen, den Versuch einer Weltumrundung abzubrechen. Zwölfeinhalb Tage und 20.000 Kilometer nach dem Start in Australien war er in Südbrasilien gelandet. Es war der bisher längste Alleinflug im Ballon. Als erstes Team hatten der Schweizer Bertrand Piccard und der Brite Brian Jones im März 1999 den Globus in 20 Tagen im Ballon umrundet und dabei 40.800 Kilometer zurückgelegt.

Der frühere Börsenmakler Fossett verfolgt seinen Ballonfahrertraum seit elf Jahren. Bislang hatte er dabei jedoch stets Pech. Eine Bruchlandung in Indien brachte ihm 1997 einen zweifelhaften Ruf in der Ballonfahrerzunft ein. 1998 überlebte er nur knapp, als sein Ballon vor der australischen Küste von einem Sturm erfasst wurde und abstürzte.

Doch Fossett ist für sein Durchhaltevermögen bekannt, das er bei der Besteigung des Mount Everest, beim Hundeschlittenrennen über 1860 Kilometer durch Alaska und dem Durchschwimmen des Ärmelkanals mehrfach bewies.