Very british: "Die bestgekleideten Ziegen der Gegend" - DER SPIEGEL
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Very british "Die bestgekleideten Ziegen der Gegend"

Dass man in der angelsächsisch geprägten Welt ein ganz besonders großes Herz für Tiere hat, weiß die Welt nicht erst seit "Wallace and Gromit" oder Woody Allens "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten". Ziegen im Wollpullover oder Autofahrer, die ihre Schafe spazieren fahren, gelten allenfalls als exentrisch.
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Llanveynoe/King's Lynn - Wer in Südwales an einer Herde Pullover tragende Ziegen vorbeikommt, hat richtig gesehen: Robi Mandleys 50 Angoraziegen tragen wirklich Pullover. Mandley staffierte ihre Herde mit den Kleidungsstücken aus dem Second-Hand-Laden aus, nachdem sie beobachtet hatte, dass die Tiere im Winter nach der Schur zitternd auf der Weide standen. Der Versuch, die Tiere mit Hundemänteln ähnlichen Überwürfen vor der Kälte zu schützen scheiterte daran, dass die Ziegen sich diese gegenseitig auszogen, erklärte Mandley in Llanveynoe.

Die Idee mit den Pullovern stammt vom Second-Hand-Laden der Marie-Curie-Krebshilfe im nahe gelegenen Abergavenny. Die Ärmel werden abgeschnitten und die Vorderfüße der Ziegen durch die Armellöcher gesteckt. Die Besitzerin des Ladens, Mala Edwards, kommentierte: "Robi ist eine großartige Kundin. Und sie hat die bestgekleideten Ziegen der Gegend."

So ungewöhnlich ist die Idee nicht, denn sie hat prominente Vorbilder, wenn auch hornlose. Gene Wilder verliebte sich in Woody Allens "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten" als abgedrehter Psychater in ein Schaf, dass er ebenfalls nach Kräften warm hielt. Ein echtes Vorbild hat die Ziegen-Aktion im dritten Teil des Kult-Cartoons "Wallace and Gromit"  mit dem bezeichnenden Titel "A close Shave". Als das Schaf Shaun eine zu kurze "Rasur" erfährt, wird es kurzerhand mit einem Pullover gegen die Unbillen des britischen Unwetters geschützt. Überraschen kann also nur die Wahl der Spezies, die hier bekleidet wurde: Allgemein steht das Schaf dem gemeinen britischen Bauern näher als die Ziege.

Was auch das Beispiel einer ungewöhnlichen Verkehrskontrolle im walisischen Llanveynoe zeigt. Zwei walsische Polizisten staunten nicht schlecht, als ihnen aus dem Rückfenster eines fahrenden Autos ein Schaf entgegenschaute. "Ich dachte zunächst, es sei ein Hund, aber mein Kollege erklärte: nein, das ist ein Schaf. Wir nahmen also die Verfolgung auf," berichtete Inspektor John Bowe.

Nach einiger Zeit stoppten sie den Peugeot 308. Drei Insassen stiegen aus. "Sie erklärten uns, das Schaf auf der Rückbank sei ihr Haustier, mit dem sie wie üblich spazieren gehen wollten". Bowe und sein Kollege machten die Tierbesitzer darauf aufmerksam, dass das Befördern von Schafen in Autos verboten ist. Nach einer mündlichen Verwarnung, die sich auch auf einen Schäferhund auf dem Vordersitz des Autos bezog, fuhren die Schaffreunde nach Hause zurück.