Vietnam Zehntausende werden wegen Taifun "Durian" evakuiert
Hanoi/Daraga - Der Wirbelsturm soll nach Voraussagen der Meteorologen heute Abend mit Windgeschwindigkeiten bis 133 Stundenkilometern die Provinzen Khanh Hoa und Ninh Thuan erreichen.
Soldaten und Polizei erhielten den Auftrag, Einwohner in besonders gefährdeten Bereichen zu evakuieren. Alle Schulen seien geschlossen worden, teilte der Gouverneur von Khanh Hoa, Vo Lam Phi, mit.
Behördenangaben zufolge wurden 14.000 Menschen in öffentlichen Gebäuden in Sicherheit gebracht, weitere 10.000 weigerten sich zunächst, ihre Häuser zu verlassen. In zwei anderen Provinzen wurden insgesamt 6000 Einwohner evakuiert.
Der stellvertretende Ministerpräsident Vietnams, Nguyen Sinh Hung, mahnte die lokalen Behörden, die Evakuierungsmaßnahmen vollständig auszuführen.
Im Oktober hatte ein Taifun in Vietnam mehr als 700 Menschen getötet.
Kaum noch Hoffnung auf Überlebende auf den Philippinen
Vier Tage nach dem Durchzug von "Durian" auf den Philippinen suchen Helfer weiter in den Schlammmassen am Fuße des Vulkans Mayon. Der Gouverneur der Provinz Albay, Fernando Gonzales, sagte dem Radiosender DZBB, es gebe aber kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Da kein schweres Gerät eingesetzt werden kann, graben die Bergungskräfte zum Teil mit bloßen Händen.
Es werde sehr schwierig sein, alle Leichen zu bergen, sagte der Leiter des örtlichen Roten Kreuzes, Richard Gordon. Bisher wurden im Katastrophengebiet 425 Tote gefunden, von knapp 600 Menschen fehlt noch immer jede Spur.
Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo, die die betroffenen Landesteile gestern zum Katastrophengebiet erklärt hatte, sagte, sie habe die Umweltbehörden angewiesen, alle gefährdeten Gebiete aufzulisten, um die Menschen dort besser vorwarnen zu können. Auf den Philippinen waren mehr als eine Million Menschen von "Durian" betroffen, nahezu 150.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört.
Der Taifun war am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 265 Kilometern pro Stunde über die Philippinen hereingebrochen. Heftige Regenfälle brachten an den Hängen des Mayons Asche und Gestein ins Rollen, die der 2461 Meter hohe Vulkan bei seinem Ausbruch im Juli ausgespuckt hatte.
han/AP/AFP/Reuters