PSYCHOLOGIE Virtueller Irak
Die amerikanische Navy erprobt eine neue Methode, ehemaligen Irak-Kämpfern bei der Bewältigung ihrer Traumata zu helfen. Etwa 13 bis 20 Prozent der US-Soldaten entwickeln nach ihrer Heimkehr aus dem Kampf das sogenannte posttraumatische Stress-Syndrom: Sie leiden unter ihren Erinnerungen, werden reizbar und depressiv. Bei der Therapie geht es darum, die Angstsituationen noch einmal durchzuspielen - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Am Naval Medical Center in San Diego soll jetzt ein Programm namens Virtual Iraq auf dem Computer gefährliche Einsätze im Kampfgebiet simulieren. Der Patient trägt einen 3-D-Bildschirm vor den Augen, per Joystick steuert er dann durch die Straßen von Bagdad oder Falludscha. Im Kopfhörer dröhnen Hubschrauber, Gewehrfeuer und Automotoren. Ebenfalls im Programm: weinende Kinder sowie eine Stimme, die mit arabischem Akzent sagt: »Go home, Cowboy.« Etwa 250 US-Soldaten sollen demnächst zusätzlich zu ihrer normalen Gesprächstherapie mit der Kampfsimulation behandelt werden. Wenn der Test erfolgreich verläuft, könnten später auch zivile traumatische Situationen am PC nachgestellt werden, Verkehrsunfälle zum Beispiel.