Völlig überrascht - DER SPIEGEL
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SEXUALITÄT Völlig überrascht

• aus DER SPIEGEL 41/1997
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Sie haben es tausendmal im Fernsehen gesehen, wissen Bescheid und geben sich cool. In Wahrheit haben sie wenig Ahnung, wie sie ihr »erstes Mal« hinter sich bringen und dabei verhüten sollen. Folge: rund 5000 Teenagerschwangerschaften und etwa 2500 Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr. Eine Studie des Emnid-Instituts in Bielefeld mit 3000 Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren und ihren Eltern offenbart den Leichtsinn der Teenager und ihren Frust darüber, mit niemandem in der Familie über Sex und Verhütung sprechen zu können. Pille und Kondome sind zwar fast allen bekannt, doch rund 12 Prozent der Jugendlichen verlassen sich auf den Coitus interruptus. Vor allem Mädchen haben eine auffallend naive Haltung: 37 Prozent hoffen, es werde schon gutgehen, 25 Prozent erwarten, daß ihr Partner es schon regele. Die Familie ist offenbar kein geeigneter Ort für Sexgespräche: 13 Prozent der Mädchen und 21 Prozent der Jungen finden dort keine Antwort auf ihre Fragen. So erstaunt auch nicht, daß 54 Prozent der Jungen angeben, von ihrem ersten Samenerguß »völlig überrascht« gewesen zu sein.

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