Vogelgrippe Dresdner ist vollkommen virenfrei
Dresden - Der in der sächsischen Landeshauptstadt lebende Vietnamese hatte sich gestern bei seiner Hausärztin gemeldet, weil er unter Kopfschmerzen und Fieber litt. Die hatte den Mann vorsorglich in ein Krankenhaus überwiesen, weil er angegeben hatte, auf einer Vietnamreise auch bei seinem Bruder gewesen zu sein, der eine Geflügelfarm betreibe.
Doch schon die ersten Schnelltests hatten ergeben, dass sich der Mann nicht mit dem gefährlichen H5N1-Virus infiziert hatte. Jetzt bestätigten auch Blut- und Speicheluntersuchungen, dass der Mann nicht an der Vogelgrippe erkrankt war. Es seine keinerlei Grippeviren irgendwelcher Art bei dem Vietnamesen gefunden worden, sagte ein Sprecher des sächsischen Gesundheitsministeriums.
Gestern hatte das Tropeninstitut in Hamburg Entwarnung bei einer Patientin gegeben, die am Vortag unter dem Verdacht auf Vogelgrippe eingeliefert worden war. Die Frau, die gerade erst von einer Thailandreise zurückgekehrt war, hatte sich mit einem menschlichen Influenza-Virus angesteckt.
Gesundheitsexperten beklagten die Panikmache angesichts der beiden Fälle. Das Infektionsrisiko für Menschen sei gering. Allerdings riet das Robert-Koch-Institut Südostasienreisenden, sich mit einem Wirkstoff gegen die menschliche Form der Influenza impfen zu lassen.
Adolf Windorfer, Leiter des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, kritisierte in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der Hamburger Feuerwehr als "leichtfertig und unangebracht". Beim Transport der Patientin ins Tropeninstitut hatten die Feuerwehrleute Schutzbekleidung und Mundschutz getragen. Dies nannte Windorfer ebenso überflüssig, wie die Frau unter Begleitung der Medien ins Krankenhaus zu bringen.