Vorstoß Schwarzenegger will Rauchen im Knast verbieten
Sacramento - Gouverneur Schwarzenegger, selbst langjähriger passionierter Zigarrenkonsument, macht kalifornischen Gesetzesbrechern jetzt das Leben schwer: Wie das Gouverneursbüro gestern in der Landeshauptstadt Sacramento mitteilte, sollen Tabakwaren aller Art ab Juli 2005 in staatlichen Haftanstalten verboten sein. An einem Ort, wo Genussmittel naturgemäß rar gesät sind, sollen nun auch diese Produkte tabu sein.
Zwei Ausnahmen von der Regel werden gleichwohl gewährt: In den Wohnungen der Bediensteten darf weiterhin geraucht werden und auch bei religiösen Feiern indianischer Häftlinge hat der rituelle Gebrauch von Tabak seinen Platz behalten.
Rund 160.000 Häftlinge sind laut US-Medien von dem Gesetzesentwurf betroffen. Der republikanische Abgeordnete Tim Leslie schätzt, dass die Hälfte der kalifornischen Gefängnisinsassen raucht und den Staat dadurch etwa 280 Millionen Dollar im Jahr an Kosten im Gesundheitswesen verursacht. Befürworter des Feldzuges gegen den blauen Dunst hoffen nun auf drastische Einsparungen bei der Behandlung von Raucherkrankheiten. Kritiker wiesen darauf hin, dass sich im Zuge des allgemeinen Verbotes ein florierender Schwarzhandel mit Tabakwaren in den Haftanstalten entwickeln könnte.
In Kalifornien haben schon mehrere Bezirksgefängnisse den Tabakkonsum verboten. Landesweit gibt es in zwölf US-Bundesstaaten vergleichbare Einschränkungen.