Vulkan Merapi Tausende fliehen vor gigantischer Glutwolke
Yogyakarta - Das indonesische Fernsehen zeigte beeindruckende Bilder von einer gigantischen Wolke aus heißen Gasen, Asche und Staub, die sich in den klaren blauen Himmel schraubte. Nach Angaben von Vulkanologen der nahegelegenen Stadt Yokyakarta breitete sich das tödliche Gemisch kilometerweit über dem südöstlichen Hang des Merapi aus. Die Wolke stoppte rund 1,5 Kilometer vor dem ersten Dorf. Unzählige Menschen flüchteten in Panik, viele zu Fuß oder auf ihren Motorrädern.
Der Merapi ist seit Mitte Mai aktiv. Bereits damals hatten die Behörden Tausende Menschen vor einem drohenden Ausbruch in Sicherheit gebracht worden. Der Vulkan beruhigte sich zunächst wieder. Nach dem verheerenden Erdbeben in der Region vor elf Tagen verstärkte er jedoch wieder seine Aktivitäten. Experten befürchten vor allem, die seit Tagen ansteigende Lavakuppel könnte reißen oder einstürzen und einen großen Ausbruch auslösen. Ein Vulkanologe warnte, der Vollmond am 12. Juni könnte einen erheblichen Einfluss haben - schon beim letzten Vollmond am 15. Mai hatte der Merapi seine Aktivitäten verstärkt.
Bislang sind 18.000 Bewohner der höhergelegenen Dörfer nahe des Merapi in Auffanglager der Region geflüchtet. Allein gestern evakuierten die Behörden nach eigenen Angaben einen Großteil des Westhangs. Die bis zu 500 Grad heißen Glutwolken können Geschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern erreichen. Heute morgen zählten Experten 19 Glutwolken und 33 neue Lavaströme.
ffr/AFP