Vulkanausbruch: Usu kommt nicht zur Ruhe - DER SPIEGEL
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Vulkanausbruch Usu kommt nicht zur Ruhe

Der nordjapanische Vulkan Usu hat am Samstag in drei heftigen Eruptionen wieder Asche und Gesteinsbrocken in die Luft geschleudert. Ein Ausbruch hinterließ nach Angaben des zentralen meteorologischen Dienstes einen neuen Krater in dem auf der nördlichsten japanischen Insel Hokkaido gelegenen Vulkan.
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Date/Japan - Blaugraue Rauchwolken stiegen über dem Bergkegel auf. Verletzt wurde bei den neuerlichen Ausbrüchen offenbar niemand, auch größere Schäden sollen nicht entstanden sein.

Experten warnten am Samstag vor möglichen größeren Eruptionen. Unter den 51.000 Menschen, die in unmittelbarer Nähe des Berges leben, machte sich Angst vor einer langen Phase der Unsicherheit breit. Seit Mitte der Woche wurden vorsorglich mehr als 15.300 Menschen in Sicherheit gebracht. "Die vulkanischen Aktivitäten werden intensiver und noch größere Eruptionen als die bisherigen sind sehr wahrscheinlich", sagte Behördensprecher Toshimitsu Niibe. "Wir wissen nur nicht genau, wann das passieren wird." Er rief die in der Umgebung des Vulkans lebenden Menschen auf, weiterhin äußerst vorsichtig zu sein.

Für die geflohenen Menschen wurde die Lage am Samstag zunehmend schwieriger. Viele haben seit Tagen keine Möglichkeit, zu duschen oder ihre Sachen zu waschen. Die Behörden wollten den Menschen aber nicht erlauben, für kurze Zeit in ihre Häuser zurückzukehren. Ministerpräsident Keizo Obuchi sagte, dass sich die Betroffenen möglicherweise auf eine längerfristige Evakuierung einrichten müssten. Für diesen Fall prüfe die Regierung den Bau von Behelfsunterkünften.

Schneefälle vergrößerten am Samstag Ängste, die Eruptionen könnten Schlammlawinen und Erdrutsche auslösen. Vorsorglich wurden Armee-Einheiten in dem Gebiet zusammengezogen. Experten befürchteten zudem, dass Gase und Gesteinsbrocken zu einer gefährlichen Mischung werden könnten. Am Freitag war es zum ersten größeren Ausbruch des Vulkans seit 22 Jahren gekommen. 1978 wurden bei der Eruption des Usu zwei Menschen getötet und mehr als 200 Häuser zerstört. In Japan gibt es 86 aktive Vulkane.