Klüger werden mit: Wallace Goodstein
SPIEGEL: Dr. Goodstein, haben Sie jemals eine Operation an Michael Jacksons Gesicht vorgenommen?
Goodstein: Nein, nicht eine einzige.
SPIEGEL: Wieso behaupten Sie dann, er hätte mehr als 50 Schönheitskorrekturen machen lassen?
Goodstein: In der TV-Dokumentation »Michael Jackson - Hautnah« sagt er, dass er nur zweimal operiert worden sei. Ich bin fast umgefallen. Niemand sieht nach nur zwei Eingriffen so aus. Das würde auch der übelste Metzger meiner Zunft nicht hinbekommen. Außerdem kenne ich Michael Jackson. Anfang der neunziger Jahre hatte ich eine Praxis mit Dr. Steven Hoefflin, seinem Chefoperateur. Damals war er etwa alle acht Wochen bei uns - allerdings nicht zum Plaudern.
SPIEGEL: Haben Sie keine Angst, dass Ihnen durch Ihre Offenheit Patienten davonlaufen könnten?
Goodstein: Nein. Ich breche keine Schweigepflicht. Ich möchte lediglich mich und meine Kollegen schützen. Unser Ruf ist eh nicht der beste, solche Lügen schaden uns. Unsere Aufgabe ist es, unsere Patienten glücklich zu machen.
SPIEGEL: Nach der wievielten Operation sagen Sie: »Jetzt ist Schluss!«?
Goodstein: Bei einem Brand- oder Unfallopfer habe ich schon 15 Eingriffe machen müsssen. Ansonsten gilt: nicht mehr als zwei Operationen an einem Körperteil. Bei Jackson hätte man vor 20 Jahren aufhören müssen.
SPIEGEL: Haben Sie je mit Ihrem Partner darüber geredet?
Goodstein: Wir hatten wilde Diskussionen. Ich sagte ihm, dass Jackson süchtig sei. Am Ende sind wir auch deswegen getrennte Wege gegangen.
SPIEGEL: Sind Sie ebenfalls operiert?
Goodstein: Ja, aber nur einmal, das schwöre ich beim Leben meiner Familie. Ich habe mir die Augenlider anheben lassen.