Wallert: Sein Lehrergehalt wurde weiter gezahlt - DER SPIEGEL
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Wallert Sein Lehrergehalt wurde weiter gezahlt

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Hannover - Vier Monate und vier Tage hat sich der Gymnasiallehrer Werner Wallert in der Gewalt philippinischer Moslemrebellen befunden und in dieser Zeit seinen beruflichen Pflichten nicht nachgehen können. Finanzielle Einbußen habe der Studiendirektor jedoch nicht zu befürchten, stellte die Sprecherin des niedersächsischen Kultusministeriums, Sonja Markgraf, klar. Einem Beamten, für den der Staat eine Fürsorgepflicht habe, werde das Gehalt selbstverständlich weitergezahlt. Bei der Entscheidung, wann der Erkundelehrer wieder unterrichten wird, will das Ministerium, vor allem "seine eigene Einschätzung berücksichtigen".

Beamte stehen im Falle einer völlig unverschuldeten Abwesenheit vom Arbeitsplatz rechtlich sehr viel besser da als andere Arbeitnehmer. Nach Angaben der Abteilung Arbeitsrecht bei der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände ist es zwar kein Kündigungsgrund, wenn ein Arbeitnehmer, der sich in der Gewalt von Geiselnehmern befindet, über längere Zeit nicht an seinem Arbeitsplatz erscheint. Da der Betroffene aber keine Arbeitsleistung erbringe, sei der Arbeitgeber frei von der Pflicht zur Gehaltsfortzahlung. Nur bei einer kurzfristigen vorübergehenden Verhinderung ohne eigenes Verschulden müsse das Gehalt weitergezahlt werden.

Allerdings betonte man bei der Bundesvereinigung, in der Praxis werde sich ein Arbeitgeber in einem solchen völlig atypischen Fall kulant verhalten und sich mit dem betroffenem Mitarbeiter arrangieren. Möglich sei etwa, die Zeit der Geiselhaft als "unbezahlten Urlaub anzusehen". Als Krankheit mit Anspruch auf Lohnfortzahlung könne man sie jedoch rechtlich nicht werten.

Bei Werner Wallert will das niedersächsische Kultusministerium nun "erst einmal abwarten, wie es ihm tatsächlich geht". Der Studiendirektor habe zwar selbst deutlich gemacht, dass er schnell wieder unterrichten wolle, sagte Ministeriumssprecherin Markgraf. Man werde aber auf den bei seinen Schülern beliebten Lehrer keinerlei terminlichen Druck ausüben.

"Zunächst muss die Geiselnahme für die ganze Familien wirklich zu Ende sein", müsse auch der Sohn Marc wieder in Freiheit sein, betonte Markgraf. Danach werde sich Werner Wallert wohl erst einmal erholen müssen. Auch wenn der Pädagoge eine Erholungskur antreten wolle, werde man dafür Verständnis haben. Dass alles müsse Wallert aber selbst gemeinsam mit seinen Ärzten entscheiden. Dem ersten Eindruck nach scheine es dem Lehrer glücklicherweise den Umständen entsprechend gut zu gehen.

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