Warnung: Gift in französischer Wurst - DER SPIEGEL
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Warnung Gift in französischer Wurst

Das Bundesgesundheitsministerium warnt vor dem Verzehr französischer Wurstwaren der Firma "Coudray". Die Konserven sind teilweise mit gefährlichen Bakterien verseucht. In Frankreich sind bereits zwei Menschen an den Folgen einer Listeriose-Vergiftung gestorben.
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Berlin/Paris - Nach dem Listeriose-Alarm in Frankreich hat das Bundesgesundheitsministerium die obersten Landes-Veterinärbehörden informiert. In der Mitteilung heißt es, Produkte aus Frankreich, die ein belgischer Importeur auch in Deutschland vertreibe, könnten gesundheitsschädlich sein. Da der Gesundheitsschutz Sache der Länder sei, gebe das Berliner Ministerium Meldungen aus dem EU-Warnsystem umgehend an sie weiter.

Ob die gefährlichen Produkte irgendwo in Deutschland aufgetaucht sind, ist bislang nicht bekannt. Bei den möglicherweise verseuchten Produkten handelt es sich um ein bestimmtes Schmalzfleisch (Pot de Rillettes) und eingelegte Schweinezungen in Gelee, hieß es.

In Frankreich herrscht unterdessen Unklarheit über das Ausmaß der erneuten Verseuchung von Lebensmitteln mit Bakterien. Französische Medien wie die Pariser Tageszeitung "Liberation" wiesen die Verbraucher am Samstag auf die sehr lange Inkubationszeit der Listeriose von bis zu zwei Monaten hin. Lebensmittel-Fachleute rechnen allerdings kaum mit vielen weiteren Fällen in Frankreich.

Bakterienverseuchte Wurst aus Schweinefleisch hatte eine 75 Jahre alte Frau und einen Säugling getötet. Vier weitere Vergiftungsfälle sind bisher bekannt geworden. Die Produkte des Unternehmens Coudray sind vom Markt genommen worden. Auch nach Deutschland, Belgien, Luxemburg, Irland und in die Schweiz exportierte das französische Unternehmen Produkte. Coudray gehört zu dem Wurstwaren-Konzern Predault, der für die folgenschwerste Verseuchung mit Listeria-Bakterien im Jahr 1992 verantwortlich sein soll. 63 Menschen kamen damals um, 22 Frauen ließen eine Abtreibung vornehmen. Verseucht war damals Schweine-Zunge in Aspik.