Washington Panda-Party im Planschbecken
Hamburg - Es war fast wie ein richtiger Kindergeburtstag: Der Star des Tages spielte in seinem Planschbecken und naschte von der Geburtstagstorte. Die war allerdings ungewöhnlich: Ein gefrorene Mischung aus Bambusblättern, Möhren, Birnen, Rüben und Äpfeln bekam Tai Shan ins Gehege gestellt. Der kleine Panda-Bär ist der ganze Stolz des Washingtoners Zoos.
Es gibt nur noch wenige Pandas: In freier Wildbahn leben noch etwa 1600, in Gefangenschaft sind es weniger als 180. In mehreren Ländern versuchen Zoos und Wissenschaftler, den Pandas bei der Arterhaltung auf die Sprünge zu helfen. In Washington blieben die Versuche 30 Jahre erfolglos. In den achtziger Jahren wurden zwar fünf Panda-Babys geboren, aber alle starben bereits nach wenigen Tagen. Vor einem Jahr kam dann Tai Shan mit Hilfe von künstlicher Befruchtung auf die Welt.
Um so glücklicher sind der Zoo und seine Besucher über Tai Shan. Einige Washingtoner kommen jede Woche in den Zoo, um zu gucken, welche Fortschritte der kleine Bär gemacht hat. Das Leben von Tai Shan wird seit seiner Geburt vermarktet: Zwei Webcams übertragen das Geschehen aus dem Panda-Gehege ins Internet, der Online-Shop des Zoos verkauft Bücher und Videos.
Doch mit der großen Pandashow könnte es in einem Jahr schon wieder vorbei sein: Wenn Tai Shan zwei Jahre alt ist, muss er möglicherweise nach China. Das sieht die Vereinbarung vor, die der Zoo mit der natürlichen Heimat der Pandas getroffen hat. Aus China kamen zwei erwachsene Pandas nach Washington allerdings unter der Bedingung, dass der Nachwuchs später zurückkehrt, um bei der Erhaltung seiner Art zu helfen. In Washington hofft man nun, dass Tai Shan erst angefordert wird, wenn er geschlechtsreif ist. Dann würde der Zoo seine Attraktion noch vier bis fünf Jahre behalten.
sac/AP