Wassermangel Durstige Häftlinge stürzen in Stacheldraht
New Orleans - Nachdem sie drei Tage ohne Nahrung und Wasser geblieben waren, seien mehrere Häftlinge in ihrer Verzweiflung aus den Fenstern gesprungen, berichtete Wachmann Luis Reyes der Nachrichtenagentur AFP. "Wir konnten den Insassen nichts geben, weil alles überschwemmt war", sagte Reyes. Einige Gefangene hätten in ihrer Verzweiflung T-Shirts aneinander gebunden und versucht, Wasser mit einem daran gebundenen Stiefel aus den Fluten zu schöpfen.
Mehrere Häftlinge hätten zudem Löcher in Wände geschlagen und seien so entkommen, berichtete der Wachmann. "Sie flohen die ganze Nacht über, weil wir so wenig Personal hatten. Es gab keinen Plan für solch eine Situation." Erst am Donnerstag seien dann bis zu 5000 Gefangene auf einer Brücke zusammengetrieben und mit Lastwagen aus der Stadt gebracht worden. Das Gefängnispersonal sei zunächst in dem Gebäude geblieben, einen Tag später allerdings ebenfalls mit Hubschraubern evakuiert worden. Er selbst habe fünf Tage mit täglich einer Handvoll Cornflakes überlebt, berichtete der Wachmann.
Seit Katrina über die Region hinweggerast ist, mussten in Louisiana Tausende Häftlinge aus komplett überschwemmten Gefängnissen gerettet werden, weil auch dort die Versorgung mit Strom und Trinkwasser zusammengebrochen war. Unter strengster Bewachung wurden sie per Bus und Boot in neue Strafanstalten verlegt. Einige nutzten jedoch das Chaos zur Flucht.