Watsch'n-Affäre Muss Effenberg 500.000 Mark zahlen?
München - Nachdem er von seinem Verein Bayern München wegen der Ohrfeige bereits mit einer Geldstrafe von angeblich 50.000 Mark belegt wurde, droht dem 32-Jährigen nun eine Strafanzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Wie die Zeitschrift "Bunte" in ihrer neuesten Ausgabe berichtet, muss Effenberg in der "Watsch n-Affäre" mit einer Geldstrafe von einer halben Million Mark rechnen.
Effenberg wird vorgeworfen, am 1. Oktober in der Münchner Discothek "P1" einer jungen Frau ins Gesicht geschlagen zu haben. Die Frau klagte danach über Kopfschmerzen. Angeblich wurde dem Opfer aus Effenbergs Umfeld sogar ein "Schweigegeld" in Höhe von 100.000 Mark angeboten. Die geohrfeigte Frau soll von Effenberg jedoch eine öffentliche Entschuldigung und eine Spende für einen wohltätigen Zweck gefordert haben. Das habe der Bayern-Spieler abgelehnt. Florian Ufer, Anwalt der Anklägerin, spricht nun von der "teuersten Ohrfeige der deutschen Rechtsgeschichte".
Effenberg stellte den Vorfall harmloser dar: "Es gab Unstimmigkeiten um reservierte Plätze. Plötzlich schüttete eine Dame mir ein volles Glas Champagner ins Gesicht. In einer Abwehr-Reaktion habe ich sie am Kopf getroffen. Das tut mir wahnsinnig leid. Es war in keinem Fall so, dass man deshalb ins Krankenhaus musste. Das Ganze war harmlos."
Für Effenberg ist dies nicht die erste Auseinandersetzung mit der Justiz. So wurde der Ex-Nationalspieler bereits 1995, ebenfalls nach einer Disco-Auseinandersetzung, wegen Körperverletzung angezeigt. 1997 gab es gegen den Ex-Nationalspieler und seine Ehefrau Martina eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung. Beiden wurde vorgeworfen, einen Obdachlosen getreten und beleidigt zu haben. Im selben Jahr wurde Effenberg zudem von den Eltern eines Mitschülers seines Sohnes angezeigt, weil der Star den Jungen heftig am Ohr gezupft haben soll.
Diese Fälle blieben für den Bayern-Spieler jedoch ebenso ohne Konsequenzen wie ein Vorfall mit der Popgruppe "Sex-Mafia", die er nach dem verlorenen DFB-Pokalendspiel 1999 im Berliner Hotel Adlon beleidigt und genötigt haben sollte. Lediglich für seine Alkohol-Fahrt mit 1,07 Promille musste Effenberg 1998 seinen Führerschein abgeben.