Wattölumpiade: Schlammcatchen in der Nordsee - DER SPIEGEL
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Wattolümpiade: Knietief im Dreck

Foto: FABIAN BIMMER/ REUTERS

Brunsbüttel Schlammschlacht im Watt

Knietief stehen Hobbysportler bei der "Wattolümpiade" im Schlick. Beim Kampf im Dreck geht es wie beim großen Vorbild auch um Medaillen. Doch anders als in London ist an der Elbmündung schmutziger Sport gern gesehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brunsbüttel - "Schmutziger Sport für eine saubere Sache" ist der Schlachtruf der 300 "Wattleten", die am Sonntag im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel die Elbmündung umgraben. Die "Wattolümpiade" sei das mit Abstand schmutzigste Sportspektakel der Republik, behaupten die Veranstalter. Die "Olümpioniken" messen sich in den Küstendisziplinen Wattfußball, Watthandball und "Wattwolliball" - ganz neu dabei ist ein Schlickschlittenrennen.

Was sich anhört wie eine einmalige Schnapsidee, das ist in Wirklichkeit eine jährliche Benefizveranstaltung, mit der die Ausrichter in der Vergangenheit unter anderem zwei Beratungsstellen für Krebspatienten und eine Palliativstation finanziell unterstützten. Dieses Jahr geht es um eine Stammzelltypisierung, die der Verein "Wattolümpiade " im Herbst gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS organisiert.

Mit den Aktionen und Veranstaltungen sammelte der von einem "Wattikan" genannten Komitee geleitete Verein in den vergangenen Jahren mehr als 150.000 Euro für wohltätige Zwecke ein.

"Ein wunderbares Fest", sagt deshalb Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der das "olümpische" Feuer entzündete. Auf die Idee, selbst als Sportler in den Schlick zu steigen, würde er jedoch nicht kommen. "Ich fürchte, ich würde im Watt versinken bei meinem Gewicht."

dba/dapd