Weihnachtsverkehr Hunderte Unfälle bei Schnee und Eis
Hamburg/München - Bei hunderten Unfällen in ganz Deutschland wurden mehrere Menschen verletzt. Auf vielen Autobahnen ging gar nichts mehr. Quer stehende Lastwagen erschwerten Pendlern und Weihnachtsurlaubern das Weiterkommen, berichtete die Polizei. Allein auf der Autobahn 9 zwischen Nürnberg und Berlin staute sich der Verkehr am Abend in mehreren Abschnitten auf jeweils bis zu 20 Kilometern Länge.
Allein in Südwestfalen gab es im Feierabendverkehr binnen weniger Minuten rund 100 Unfälle. Dabei wurden fünf Menschen leicht verletzt. "Unfälle im dreistelligen Bereich" habe es auch in Mecklenburg gegeben. Ein Polizeisprecher in Schwerin sagte: "Es ging nichts mehr." Im Raum Oldenburg war auf spiegelglatten Straßen nach schlagartig überfrierender Nässe kein Durchkommen. Die Busse stellten den Betrieb ein.
Besonders stark schneite es in Bayern und Baden-Württemberg. In Nürnberg kam der Feierabendverkehr vorübergehend zum Erliegen. In der Rhein-Main-Region staute sich der Verkehr am frühen Abend kilometerweit auf zahlreichen Autobahnen. In Mainz und im Saarland dagegen war trotz Schnees nach Angaben der Polizei dagegen noch "alles im grünen Bereich".
Bereits im Tagesverlauf hatten Schnee- und Eisglätte für winterliche Verhältnisse in Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gesorgt. Schon in den Morgenstunden gab es im Regierungsbezirk Detmold 154 Unfälle. Acht Menschen wurden verletzt.
Die A 7 von Kassel in Richtung Hannover musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Die Autos standen mehrere Stunden lang, weil die Räumfahrzeuge nicht durchkamen. Zuvor hatten sich mehrere Lastwagen quer gestellt. Auch auf der B 3 zwischen Kassel und Marburg hatten quergestellte Lkw den Verkehr behindert.
Bei der Ausfahrt Kassel-Nord wurde ein Mensch schwer verletzt, als ein Fahrzeug ins Schleudern geriet und einer der Insassen aus dem Auto katapultiert wurde. Wegen Vollsperrung der Autobahn kam es zu kilometerlangen Staus. Die meisten der Unfälle verliefen der Polizei zufolge jedoch glimpflich.
In Frankfurt wurden nur einige wenige Blechschäden registriert, wie die Polizei berichtete. In der Rhein-Main-Region war es wegen des Wintereinbruchs am frühen Abend auch zu zahlreichen Staus auf den Autobahnen gekommen.
An der schleswig-holsteinischen Ostseeküste wurden Straßen wegen Hochwassers gesperrt. Polizei und Feuerwehr waren im Dauereinsatz. In Lübeck mussten am Nachmittag Parkplätze und eine Straße in Wassernähe wegen Überflutung gesperrt werden. Für die gesamte Ostseeküste wurde bis zum späten Nachmittag ein Wasserstand von bis zu 1,50 Metern über normal erwartet.
In Norddeutschland flaute unterdessen der schwere Wintersturm ab, die Sturmflutwarnung für die Nordseeküste wurde aufgehoben. Am Sonntag war ein Orkan über Deutschland hinweggefegt und hatte teilweise erhebliche Schäden angerichtet.
Mit glatten Straßen und Fußwegen muss auch in den kommenden Tagen gerechnet werden: In der Mitte, im Osten und Teilen Süddeutschlands erwarten die Meteorologen weitere Schneefälle; in den östlichen Bundesländern und in Bayern bleibt es am Heiligen Abend frostig, in Norddeutschland beginnt es zu regnen.
Auch im benachbarten Frankreich hatten starke Schneefälle in der Nacht zum Montag den Verkehr vor allem in Teilen des Zentralmassivs erheblich behindert. Die Autobahn 72 wurde zwischen Clermont-Ferrand und Saint-Etienne auf einer Länge von 50 Kilometern gesperrt.