Weihnachtswetter: Spiegelglatt statt schneeweiß - DER SPIEGEL
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Weihnachtswetter Spiegelglatt statt schneeweiß

Alle Jahre wieder diese eine Frage: Wird es zum Weihnachtsfest schneien? Die Meteorologen winken ab, doch es gibt noch einen Hauch Hoffnung. Die "Inversionswetterlage" und die Industrie könnten es örtlich weiß werden lassen.
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Hamburg - "Nein", sagt Günther Delfs vom Deutschen Wetterdienst (DWD) ausgesprochen entschieden und macht damit sehr schnell alle Hoffnungen der Weihnachtsromantiker zunichte, "Schnee gibt es auch in diesem Jahr zum Fest nicht." Allenfalls am zweiten Feiertag könnten in den Hochlagen "schon einmal drei Flocken fallen", ansonsten werde es am Dienstag eher nass, kalt und vor allem glatt, so DWD-Sprecher Delfs im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Am Sonntag dürfen sich Osten und Süden noch über viel Sonnenschein freuen, während von Nordwesten her Wolken aufziehen, die Regen oder Sprühregen bringen. Die Temperaturen liegen zwischen ein und sechs Grad, im Südosten um den Gefrierpunkt, in der Nacht zum Heiligabend sinken sie auf bis zu minus acht Grad, so dass stellenweise mit glatten Straßen gerechnet werden muss. Am Montag bleibt es weitestgehend neblig und trüb, nur vereinzelt bricht die Sonne durch die dichte Wolkenfront - bei drei Grad im Norden und minus drei Grad im Süden.

"Wir erleben derzeit eine klassische Inversionswetterlage, das heißt, es ist oben warm und unten kalt", so Peter Hinteregger von Meteomedia. Deshalb könne sich in Ballungsgebieten sogenannter "Industrieschnee" bilden. Dabei gefriere der Wasserdampf aus den Fabriken und gehe als Schnee nieder. "Da können schon einmal zwei bis fünf Zentimeter fallen", so Hinteregger gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Doch auch wenn eine richtige "weiße Weihnacht" dieses Jahr wohl wieder nicht drin ist, soll es in den kommenden Tagen kalt bleiben. Das für die Kälte in Mitteleuropa verantwortliche Tief Bernhilde zieht sich laut DWD zwar allmählich zurück, beweise dabei aber "zunächst noch einen langen Atem und bodennah auch kalten Atem".

Dessen ungeachtet bleibt der Wärmerekord für Deutschland in Sichtweite: Trotz des zuletzt knackig kalten Winterwetters könnte 2007 noch das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. "Noch ist nichts entschieden, es wird spannend bis zum Schluss", sagte der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes, Gerhard Lux.

Aktuell liegt 2007 zwar wieder knapp unter den Werten des Rekordjahres 2000, als die Durchschnittstemperatur 1,63 Grad über dem langjährigen Mittel von 8,24 Grad lag. "Aber am Ende können Hundertstel darüber entscheiden, ob es 2007 noch auf den ersten Platz schafft."

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sei das laufende Jahr aber "zu warm für Platz drei", sagte Lux. Die fünf bisher wärmsten Jahre seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen im Jahr 1901 waren 2000, 1994, 1934, 2002 und 2006. "Vor dem Hintergrund der Debatte um den Klimawandel fällt natürlich auf, dass unter den fünf wärmsten Jahren drei aus dem neuen Jahrtausend sind", sagte Lux.

jdl/AP