Weitere Todesopfer: Arzt an SARS-Infektion gestorben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Weitere Todesopfer Arzt an SARS-Infektion gestorben

Carlo Urbani hatte als erster Arzt auf die gefährliche Lungenerkrankung SARS aufmerksam gemacht. Jetzt ist er selbst daran gestorben. Und die Krankheit breitet sich weiter aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Genf - Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO starb der 46-Jährige am Samstag in einem Krankenhaus in Thailand. Der Italiener hatte sich angesteckt, als er einen erkrankten amerikanischen Geschäftsmann in einem Krankenhaus in Hanoi behandelt hatte. Der Patient fiel der Krankheit später zum Opfer.

Carlo Urbani war WHO-Experte für Infektionskrankheiten und Leiter der italienischen Sektion der Organisation Ärzte ohne Grenzen. Er hatte als erster auf das Schwere Akute Atemwegssyndrom (SARS) hingewiesen. Nach Angaben der WHO hat er damit dazu beigetragen, dass Krankheitsfälle weltweit rasch verfolgt und Infizierte rechtzeitig isoliert wurden.

Aus Hongkong werden unterdessen immer mehr SARS-Fälle gemeldet. Die Gesundheitsbehörden gaben am Samstag 45 Neuerkrankungen und einen weiteren Todesfall bekannt. Dort haben sich inzwischen 470 Personen angesteckt, zwölf Menschen starben. Bislang sind weltweit knapp 1500 Menschen erkrankt. 55 Kranke starben, die meisten davon in der chinesischen Provinz Guangdong.

"Stones" sagen Tournee in China ab

Die "Rolling Stones", die bereits ihren Auftritt in Hongkong abgesagt hatten, haben wegen der Epidemie nun auch ihre Konzerte in China gestrichen. Es wären ihre ersten Auftritte in dem kommunistischen Land gewesen.

Länder in ganz Asien kämpfen gegen die Ausbreitung von SARS. Singapur - dort gab es bislang zwei Todesfälle - verdoppelte die Zahl der Personen unter Quarantäne am Wochenende auf 1500. Am Samstag meldeten die Behörden drei neue Infektionsfälle. Australien riet seinen Bürgern von Reisen nach Hongkong, Singapur, China und Vietnam ab. Taiwan meldete am Samstag zwei neue Fälle, damit stieg die Zahl der SARS-Kranken auf zwölf. Am internationalen Flughafen wurden 100.000 Atemschutzmasken verteilt. Mindestens 50 Verdachtsfälle gibt es in den USA, 35 in Kanada. Die WHO geht davon aus, dass die Krankheit von Flugreisenden verbreitet wird.

Mehr lesen über