Weltmeisterschaft Bizarre Bärte in Brighton
Brighton - Die harten Zeiten für Träger opulenter Gesichtsbehaarung gehen ihrem Ende entgegen, da ist sich Steve Parsons vom Londoner Handlebar Club sicher.
Der richtete in diesem Jahr die Weltmeisterschaft der Bärte aus und hatte ins englische Seebad Brighton gerufen. Rund 250 Träger der gemeinhin verpönten Gesichtsmatratzen waren zusammengekommen, um ihre Meister in 17 Disziplinen zu küren. Es sei zwar richtig, meint Parsons, dass Bärte zuletzt nicht gerade in Mode waren, aber das ändere sich wieder: Die Popularität des männlichen Gesichtsbewuchses wachse wieder.
"Jeder trug ein Lächeln im Gesicht", beschreibt der Veranstalter die Stimmung im Publikum - obwohl man das bei vielen Teilnehmern gar nicht sehen konnte. Parsons: "Sie schienen eine aussterbende Gattung zu sein, aber gerade Schnurrbärte kommen wieder. Gerade bei jungen Männern."
Zu so einer Wahrnehmung muss man wohl kommen, wenn man am Samstag Zeuge des Bartaufmarsches am Brightoner Strand wurde. Von kunstvoll gezwirbelten Schnäuzern mit adlerhaften Spannweiten bis hin zu kunstvollen Interpretationen architektonischer Motive im Freestyle-Wettbewerb war dort alles zu sehen.
Gerade der hat es auch Parsons persönlich angetan, wie er der BBC erklärte: "Der Freistilwettbewerb ist wohl der spektakulärste, wohl weil er, wie der Name schon sagt, Freistil ist - da kann man machen, worauf man Lust hat."
Die dominante Nation im Wettstreit der Bärte war lange Zeit Deutschland, in diesem Jahr holten Briten und Amerikaner auf. So ganz ernst nehmen die ganze Sache aber selbst die haarigen Wettkämpfer nicht, wie Jack Passion, frisch gekürter Weltmeister in der Kategorie "Natürlicher Vollbart" klar macht: "Ich fühle mich fantastisch", sagte er der Nachrichtenagentur AP. "Ich bin 23 und habe den besten Bart der Welt!"
Gewonnen habe er aber wohl auch wegen seines Outfits: Er kombinierte bei der Präsentation einen blauen Frack mit einer gleichfarbigen Melone, was das Rot seines Bartes besonders zur Geltung gebracht habe. Passion: "Ich sah aus wie ein Bräutigam. Nur schade, dass dich niemals jemand heiraten wird, wenn du einen großen Bart trägst."
pat/AP/AFP