IDENTITÄT Wer bin ich?
Was macht ein Gesicht unverwechselbar? Woran erkennt man jemanden wieder - und woran würde ein Computer jemanden identifizieren, einen Bösewicht zum Beispiel? Und wie leicht lassen Mensch und Maschine sich täuschen? Die Kulturzeitschrift »Monopol« bat für ihre Juni-Ausgabe eine Frau zur Gesichtskontrolle, die man eigentlich für unverwechselbar hält: die Schauspielerin Franka Potente. In dem Film »Die Bourne Identität« half Potente, 30, noch ihrem Kollegen Matt Damon, seine Identität wiederzufinden. Jetzt zeigt sie aber, wie leicht es ist, sich vorübergehend in mehrere Persönlichkeiten aufzuteilen. Das Berliner Fotoduo cr&sh platzierte Potente in öffentlichen Gebäuden in Berlin, und zeigte dort, wie man mit etwas Gestaltungswille, Make-up und Perücke aus einem der bekanntesten Gesichter Deutschlands fünf Frauen ohne Eigenschaften machen kann. Diese Frau würde man achtlos auf der Rolltreppe überholen - und ein Überwachungscomputer würde sich wahrscheinlich auf den Überholenden konzentrieren. Das Spiel mit der Identität hat freilich einen ernsten Hintergrund: Biometrische Merkmale dürften in den nächsten Jahren in Ausweise, Reisepässe oder Visa aufgenommen werden, zahlreiche Firmen experimentieren bereits mit einer automatischen Zutrittskontrolle, die per Gesichtserkennung Freund und Feind unterscheiden kann. Größer angelegte Versuche, etwa am Flughafen von Boston, verliefen allerdings noch wenig erfolgreich.