Werner Hickel - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Werner Hickel

Der 35-jährige Ex-Unternehmer über die Kunst, eine Firma zu gründen
• aus DER SPIEGEL 41/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Nach dem Aus für Ihre Software-Firma haben Sie ein Buch geschrieben: »Clever Gründen«. Was kann ein Pleitier anderen Leuten für Ratschläge über das Gründen einer Firma geben?

Hickel: Die meisten Ratgeber für Existenzgründer zielen immer nur auf eines ab: den Weg zum Erfolg. Die Last und Einsamkeit des Selbständigen steht im Hintergrund. Man erfährt nie, wie dick es am Ende kommen kann. Ich habe das alles erlebt - und spreche ehrlich darüber.

SPIEGEL: Ist es nicht ungeschickt, Ängste zu schüren?

Hickel: Das tue ich nicht. »Clever Gründen« ist ein optimistisches Buch, das gut vorbereiteten Gründern Mut macht. Aber angesichts 40 000 erwarteter Insolvenzen in diesem Jahr muss Klartext gesprochen werden. Viele Langzeitarbeitslose oder Germanistikstudenten, die von Betriebswirtschaft keine Ahnung haben, verdrängen ihre Ängste, identifizieren sich zu wenig mit ihrem Produkt, vertrauen einem Partner bedingungslos oder denken, das Ganze sei ein kurzer, schneller Sprint. Aber diese Leute müssen wissen, was auf sie zukommt, und zwar bevor sie womöglich einen hohen Kredit aufnehmen.

SPIEGEL: Reicht nicht oftmals eine geniale Idee?

Hickel: Sicher: Je innovativer die Idee, desto größer die Chancen - aber auch die Zahl der Nachahmer. Man benötigt neben hohen Fachkenntnissen immer auch große Selbstbehauptungskraft.

SPIEGEL: Muss man das Geld lieben, um erfolgreich zu sein?

Hickel: Ja, unbedingt. Wer nur das Projekt vor Augen hat statt die Rendite, kommt unter die Räder. Ich war in meinem Leben nie auf Geld erpicht und bin nicht zuletzt deswegen als Unternehmer gescheitert.

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