Werner Wallert: Tauchen ist sein großes Hobby - DER SPIEGEL
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Werner Wallert Tauchen ist sein großes Hobby

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Göttingen - Der 57 Jahre alte Englisch- und Geographielehrer Werner Wallert aus Göttingen gilt als nervenstark und stets optimistisch. Er veröffentlichte mehrere Bücher über seine Tauchunternehmen und vermarktet Luftfotografien. Er, seine Frau Renate und sein Sohn Marc sind äußerst reisefreudig. Vor allem die Inseln in Südasien gehörten zu den bevorzugten Reisezielen der tauchbegeisterten Familie.

Am Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasium sagen auch seine Kollegen: "Tauchen ist sein größtes Hobby." Seine Computer-Homepage zeigt Taucher im Meer und einen Palmenstrand. "Tauchen erfordert viel Disziplin, vielleicht hat Wallert deshalb in der Geiselhaft meistens die Nerven behalten", sagt einer seiner Göttinger Tauchlehrer.

Auch Dirk Wallert, der in Göttingen verbliebene Sohn, nennt seinen Vater "ruhig und besonnen". Schüler lobten: "Für Alles und Jedes hatte er Verständnis, und seine Begeisterung spornte uns an." Selbst in Briefen an seine Schüler aus dem Geisellager verbreitete er immer wieder Optimismus: "Der Wert der Freiheit ist erst zu verstehen, wenn man sie vermissen muss."

Seit acht Jahren tauchten Werner Wallert, seine bereits am 18. Juli aus der Geiselhaft entlassene Ehefrau Renate und der 27 Jahre alte Sohn Marc gemeinsam. Marcs älterer Bruder Dirk, 30, ist Industriemanager und lebt in Düsseldorf und Göttingen. Er besitzt keinen Tauchschein, was ihn nach eigenen Worten vor der Entführung bewahrt hat. "Meine Familie ist hart im Nehmen", sagte er kurz nach der Entführung. Er schloss Mitte Mai im Rahmen der Berichterstattung über das Geiseldrama einen Exklusiv-Vertrag mit dem Privatsender Sat.1 ab.

Die 56 Jahre alte Renate Wallert hat offensichtlich besonders stark unter den harten Bedingungen der Geiselhaft im Dschungel von Jolo gelitten. Sie war häufig krank geworden und psychisch äußerst stark belastet. Nach ihrer Rückkehr bescheinigten ihr Ärzte an der Universität Göttingen jedoch "einen ausgezeichneten Gesundheitszustand".

Frau Wallert hält sich aus Angst vor dem Medienrummel in der Nähe von Göttingen versteckt und wird im Göttinger Klinikum regelmäßig psychologisch betreut. Sie gab an einer privaten Musikschule Flötenunterricht. An der Göttinger Wilhelm-Busch-Grundschule unterrichtete sie eine Sprachheilklasse. Nachbarn und Freundinnen beschrieben sie als "in sich ruhende Persönlichkeit mit einer starken inneren Kraft".

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