"Wetten, dass...?" Gottschalks Kuhstall
Stars auf der Couch: Gottschalks Prominentenrunde
Foto: DPAMannheim - Am Mannheimer Wasserturm wäre man am Samstagabend schon gern gewesen. Dort, wo der Schauspieler Uwe Ochsenknecht in aufgedrehter Stimmung versuchte, für die Außenwette von "Wetten, dass...?" 250 Gitarristen zum Spielen von "Smoke on the Water" zusammenzutrommeln. Im Saal hingegen wirkte alles viel vorhersehbarer, auch wenn Thomas Gottschalk ständig wiederholte, dass es auf seinem Sofa doch an diesem Abend eine unglaubliche Ansammlung von Stars gebe.
"Wetten, dass...?": Mit Mario und Madonna auf der Couch
Die ZDF-Sendung fing mit dem 75-jährigen Mario Adorf an, der betont agil die Showtreppen herunterhüpfte, um über seinen neuen Film "Ein Elch ist entsprungen", seine beiden Bücher und einen Fernsehauftritt zu sprechen - vom Moderator immer brav abgefragt nach dem Motto: "Und woran arbeiten Sie sonst noch?"
Die erste Saalwette von Tom Hapke aus Altleiningen, der mit seinen Kumpels zehn Schlagzeuge in vier Minuten abbaute und in einem Kleinwagen verstaute, gelang eher lässig. Beim kleinen Fabrice aus Luxemburg konnten die Schauspieler und Wettpaten Diane Kruger und Benno Fürmann ihre Kinderliebe zur Schau stellen, indem sie ihn so lange herzten und hochlobten, bis er tatsächlich jedes vorgelegte Puzzleteil dem richtigen Spiel zuordnen konnte.
Gottschalk machte bei der Blondine Kruger zunächst auf despektierlich und fragte mit Blick auf ihr weißes Kleidchen: "Ist das ein französisches Modell, ein deutsches oder ein Fallschirm?" Dann ließ er die Schauspielerin und ihren Kollegen natürlich von ihrem neuen gemeinsamen Film "Merry Christmas" schwärmen.
Wirkliche Spannung kam erst mit dem Auftritt von Madonna auf, die Aufregung im Publikum nahm spürbar zu, die Moderationen waren kaum noch zu verstehen. Die Popdiva machte mit blonder Fönfrisur, engen Jeans, silberfarbenen Stiefeln und ihrer Abba-Hommage "Hung up" eine Zeitreise in die Achtziger, um für ihr Album "Confessions on a Dance Floor" zu werben. Auf Gottschalks Bitte legte sie noch kurz ihr Bein auf seine Schulter und weg war sie.
Die Hollywood-Filmsternchen Cameron Diaz und Toni Colette kamen Hand in Hand in den Saal und entsprachen Gottschalks Analyse: "Lauter junge erfolgreiche Frauen, und alle sind normal." Sie hatten wenig Spektakuläres zu sagen, sahen aber hübsch aus. Gunter Sachs kam mit Frau Mirja, und Diaz wollte von Frau Sachs wissen, wie sie es geschafft habe, diesen Playboy 35 Jahre an sich zu binden. Sie habe ihn halt machen lassen und er sei immer zurückgekommen, war die lakonische Antwort.
Viele Lacher gab es für Werner Kohlbecker aus Köln, der eine Horde Kühe per Flügelhorn-Blasen anlockte, und Staunen für die Akrobatik des später zum Wettkönig erkorenen Österreichers Andreas Hofer, der in zwei Minuten zehnmal eine Tischplatte "umkletterte".
Anna Netrebko und Rolando Villazon gaben wie gewohnt Klassisches, flippten aber ungewohnt übertrieben aus, als Latino-Star Shakira auftrat. "Da tobt die Oper", kommentierte Gottschalk. Auch Santana erfüllte mit seiner Gitarre alle Erwartungen.
Und am Ende waren alle Wetten gewonnen. Was für Gottschalk bedeutet, dass er im Mannheimer Museum Karten abreißen muss, hatte doch Ochsenknecht 250 Gitarrenspieler zusammengetrieben. Und die Sache mit "Smoke on the Water" hörte sich gar nicht so schlecht an, und mehr als 12,5 Millionen Zuschauer an den Bildschirmen wurden nach zweieinhalb Stunden in die Nacht entlassen.
Ulrike Schuler, ddp