Wetter: Glatteis droht trotz milderen Temperaturen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Wetter: Frostige Zeiten in Deutschland

Foto: Winfried Rothermel/ dpa

Trotz milderer Luft Meteorologen warnen vor Straßenglätte

Es wird rutschig auf Deutschlands Straßen. Zwar strömt aus dem Norden mildere Luft ins Land, doch gerade das bringt laut Deutschem Wetterdienst erhöhte Glatteisgefahr. Schuld sei gefrierender Regen an der Grenze zwischen den Luftmassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Offenbach - Raureif über der Landschaft, Glatteis auf den Straßen: Hoch "Traude" hat mit Polarluft einen Vorgeschmack auf den Winter nach Deutschland gebracht. In der Nacht sanken die Temperaturen fast überall unter den Gefrierpunkt. Aber von Norden zieht die Warmfront eines Tiefs mit milderer Luft ins Land. Das bedeute im Übergangsbereich zwischen kalter Luft mit teils gefrorenen Böden und der milderen Luftmasse Gefahr von gefrierendem Regen und Glatteis, sagte Meteorologin Sabine Krüger vom Deutschen Wetterdienst.

Glatte Straßen drohen demnach zunächst im Norden und Nordwesten, am Mittwoch tagsüber auch in der Mitte Deutschlands. "Erst im Lauf des Donnerstags werden auch die südlichsten Landesteile erreicht", sagte Krüger. Dort könne es nach zwei weiteren Frosttagen zunächst noch zu Schneefällen, dann aber auch zu gefrierendem Regen kommen.

In der Nacht gab es nur an den Küsten Plusgrade, denn Nord- und Ostsee haben noch sechs bis zehn Grad Wassertemperatur. Am kältesten war es im Süden: In Baden-Württemberg und Bayern sank die Temperatur in der Nacht auf minus neun bis minus zehn Grad.

In weiten Teilen Deutschlands hat der Winter in der Nacht zum Dienstag bereits den Verkehr gefährdet und unzählige Unfälle ausgelöst. In Niedersachsen rutschte zwischen Hessisch Oldendorf und Segelhorst der Fahrer eines Kleinwagens in einen entgegenkommenden Transporter, wie die Polizei in Hameln mitteilte. Der 35 Jahre alte Autofahrer wurde eingeklemmt und schwer verletzt. Ebenfalls schwer verletzte sich ein 30- Jähriger, der auf der B217 bei Steinkrug mit seinem Auto aus einer Kurve flog und sich überschlug. Er war laut Polizei auf glatter Straße zu schnell gefahren.

Erster Schnee führte auch im Süden zu mehreren Unfällen. Bei Leutkirch im Kreis Ravensburg erlitt eine Autofahrerin schwere Verletzungen, als sie auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über ihren Wagen verlor und mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammenprallte. Im Großraum Nürnberg kam es auf glatten Straßen immer wieder zu Unfällen, lange Staus auf fast allen Einfallstraßen waren die Folge. "Das ist jedes Jahr das Gleiche: Beim ersten Schnee kommt es zu Behinderungen. Viele Autofahrer in der Region haben sich anscheinend noch nicht auf Schnee und Eis eingestellt", sagte ein Polizeisprecher.

rls/dpa

Mehr lesen über