Nacktrodeln: Barbusig in Braunlage
Winter-Jux Schlittenfahren oben ohne
Braunlage - Helm, Stiefel, Handschuhe und ein knapper Slip - mehr durften die Teilnehmer beim Nacktrodeln im niedersächsischen Braunlage nicht am Körper tragen. Dennoch fanden sich 13 Frauen und 13 Männer, die auf Schlitten die 90-Meter-Piste hinunterrasten.
Die 26 Teilnehmer waren aus mehr als 400 Bewerbern ausgewählt worden. Etwa 17.000 Besucher drängten sich an der Piste. Die freizügige Jux-Veranstaltung wurde in diesem Jahr zum dritten Mal von einem Radiosender veranstaltet. Bereits beim ersten Wettbewerb hatten mehr als zehntausend Leute zugesehen.
"Das Nacktrodeln hat sich zu einem absoluten Zuschauermagneten entwickelt", sagte Braunlages Tourismus-Chef Christian Klamt. Vor allem junge Menschen aus ganz Nord- und Mitteldeutschland zog es in den Ferienort, der sonst eher für sein Publikum im gesetzteren Alter bekannt ist. Dicht gedrängt standen die Zuschauer an der aus Kunstschnee in Handarbeit hergerichteten Strecke und bejubelten die Akteure.
Braunlages Bürgermeister Stefan Grote freute sich über das ungewöhnliche Publikum: "Hier waren heute viele junge Leute, die sonst nie in den Oberharz gekommen wären." Auch Gastwirte und Hoteliers waren zufrieden: Tresen und Gästebetten sind bestens belegt.
Um den Ansturm der Gäste, die vor allem mit dem Auto anreisten, zu bewältigen, hatte Braunlage im Nachbarort Elend einen Großparkplatz für 4000 Fahrzeuge einrichten lassen. "Der war ab Mittag voll", sagte Polizeichef Michael Huth. Pendelbusse brachten die Gäste an die Rodelwiese.
Als Sieger des Nacktrodelns durfte sich der 24-jährige Gunnar Kaufhold aus dem nordthüringischen Keffershausen feiern lassen. Zweiter wurde Vorjahressieger Christian Schmidt (27) aus Blankenburg in Sachsen-Anhalt. Als Dritte kam die 19-jährige Jaqueline Fischer aus Weimar ins Ziel.
Das vierte Nacktrodeln ist für 2012 fest geplant.