Winter-Wetter Grau bis grauenhaft
Mehrere hundert Unfälle mit Dutzenden von Verletzten, so lautet die Billanz eines Blitzeis-Tages in Bayern. Allein in Nürnberg gingen bei der Rettungsleitstelle des Bayerischen Roten Kreuzes binnen vier Stunden 83 Notrufe über Fußgänger ein, die bei Stürzen Knochenbrüche, Stauchungen und Prellungen erlitten. Die Polizei rief am zweiten Adventssamstag dazu auf, die Autos wenn möglich stehen zu lassen und öffentliche Verkehrmittel zu benutzen.
Das Polizeipräsidium Oberbayern registrierte bis zum Mittag rund 130 Unfälle mit 14 Verletzten und einem Sachschaden von knapp 800.000 Euro. Jeweils rund 60 Karambolagen auf extrem glatten Straßen wurden auch aus München und Nürnberg gemeldet. In den Städten blieb es aber zumeist bei Blechschäden. Auch der Flugverkehr war vom Blitzeis beeinträchtigt: Auf dem Flughafen München mussten Reisende teils erhebliche Verspätungen in Kauf nehmen, einige Flüge wurden gestrichen.
Eiskalt erwischt: Bayern unter dem Eispanzer, Venedig unter Wasser
So schlimm wie im Süden der Republik war es am Samstag nirgendwo, einen einigermaßen sonnigen Shopping-Samstag bescherte Petrus aber nur den Rheinländern. Sonst hieß es im Westen bestenfall "heiter bis wolkig", während sich die Sonne überall sonst bei Temperaturen nahe Null hinter dichten Wolken versteckte.
So soll das auch in den nächsten zwei Tagen weiter gehen: Tief "Vitus" sorgt ab Sonntag zwar überall für etwas mildere Temperaturen zwischen drei und sieben Grad. Dafür kann der von Glück sagen, der nur nasse Füße bekommt: Insbesondere im Westen des Landes werden darüber hinaus Gewitter erwartet.
Ideales Sofawetter also, das man an einem Sonntag ja auch genießen kann. Tipp: Ein gutes Buch, ein heißer Tee, alternativ dazu ein schönes Brettspiel. Für Freunde der Monitor-Medien gibts am Sonntag eine Doris-Day-Retropektive ("Das Vierte", 16.25 bis 22.25 Uhr), die mit ihrem sonnigen Dauerlächeln jeden Gedanken an Regen vertreiben sollte (wenn nicht gar jeden Gedanken überhaupt). Und für Freunde etwas intelligenterer Information und Unterhaltung gibt es ja noch SPIEGEL ONLINE...
Frank Patalong