Winterchaos Es bleibt weiter bitterkalt
Hamburg - Schwarzfahrer haben zurzeit eine ziemlich gute Ausrede: Der Fahrkartenautomat war eingefroren! Zwar sollen die Automaten bis minus 25 Grad funktionieren, doch an vielen Orten sanken die Temperaturen in der vergangenen Nacht sogar noch tiefer.
Die Südstaaten der USA versinken im Schnee
Foto: REUTERS
In der vergangenen Nacht erreichten die Temperaturen in Thüringen Spitzenwerte von minus 27 Grad
Foto: DPA
In mehr als einem Drittel aller tschechischen Gemeinden wurde der Notstand ausgerufen
Foto: DPA
Klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.
Bitterkalte Luft hatte Sachsen-Anhalt sowie den Nachbarländern Sachsen und Thüringen die bislang kälteste Nacht des Winters beschert. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia erreichten die Thermometer in Morgenröthe-Rautenkranz im Vogtland das Rekordtief von minus 27 Grad. Und in Mecklenburg-Vorpommern ließ der Frost den größten See, die Müritz, zufrieren.
Auch in Polen waren die eisigen Temperaturen nur dick eingemummelt auszuhalten: Bei bis zu minus 30 Grad in der vergangenen Nacht waren die Räumfahrzeuge nahezu pausenlos im Einsatz. Wegen des starken Schneefalls sind noch immer Hunderte von Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten. Allein in der südpolnischen Region Malopolska können mehr als 270 Dörfer derzeit nicht erreicht werden. Während die meisten Hauptstraßen passierbar sind, gibt es vor allem auf den Landstraßen und abseits der großen Städte im Süden und Osten des Landes kein Vorwärtskommen.
Mancherorts stieß die weiße Pracht auf große Verwunderung: So schneite es in Athen zum ersten Mal seit zehn Jahren. Bei 40 Zentimetern Neuschnee fiel in vielen Orten rund um die griechische Hauptstadt der Strom aus, Schulen wurden geschlossen und Zugverbindungen waren zeitweise unterbrochen. Mehr als 70 griechische Dörfer konnten nicht mehr erreicht werden. Wegen der starken Sturmböen mussten auch die meisten Schiffe in den Häfen bleiben.
In türkischen Metropole Istanbul mussten viele Autofahrer zu Fuß zur Arbeit zu gehen. Vorübergehend wurde dort sogar die Börse geschlossen. Schulen und Universitäten stellten zeitweise den Betrieb ein. "In Istanbul ist ein Krisenstab gebildet worden", sagte der Istanbuler Stadtgouverneur Erol Cakiki. "Sogar die Meteorologen konnten das Ausmaß der Schneefälle nicht vorhersehen."
Auch der Sonnengürtel der USA ist unter einer weißen Schneedecke begraben. Südstaaten wie Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia und Virginia melden Eis und Schnee. Bei Hunderten von Verkehrsunfällen starben mindestens neun Menschen. Der Gouverneur des Staates North Carolina rief den Wetternotstand aus. In den kommenden Tagen wird noch mehr Schnee erwartetet.
Ein Ende der frostigen Temperaturen ist noch nicht abzusehen, denn auch am Wochenende sagen die Wetterfrösche für Deutschland eisige Minusgrade voraus. Bei sonnigem und trockenem Wetter sollen die Temperaturen am Samstag zwischen minus 8 Grad und minus 3 Grad, im Bergland zwischen minus 7 Grad und minus 2 Grad liegen.
In der Nacht zum Sonntag könnten die Zähne noch mal heftig klappern: In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sollen die Temperaturen auf bis zu minus 16 Grad sinken. In Tälern und Mulden kann es bis zu 20 Grad unter Null kalt werden.