Wintereinbruch: Fünf Kältetote in Bulgarien - DER SPIEGEL
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Wintereinbruch Fünf Kältetote in Bulgarien

Eisige Temperaturen in Osteuropa: In Bulgarien sind bereits fünf Menschen im Schnee ums Leben gekommen. Die Regierung hat den Notstand erklärt. Städte und Dörfer sind ohne Strom und Wasser.
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Sofia- Bei Nevrokopi an der bulgarisch-griechischen Grenze sanken die Temperaturen auf minus 20,7 Grad Celsius. In Bulgarien zeigte das Thermometer minus 19 Grad.

Ein 65-jähriger Mann und eine 82-jährige Frau erfroren vor ihren Häusern, wie der staatliche Rettungsdienst bekanntgab. Ein 33-jähriger Nierenpatient starb auf dem Weg ins Krankenhaus der Stadt Ruse, weil der Krankenwagen durch das schlechte Wetter nicht vorwärts kam. Die Nachrichtenagentur BTA meldete, in Silistra im Nordosten des Landes sei ein 66-jähriger Obdachloser erfroren. In Varna am Schwarzen Meer begrub ein durch die Schneemassen eingestürztes Vordach eine 22-jährige Studentin unter sich.

Seit Mittwoch fielen in Bulgarien Dutzende Zentimeter Schnee. Die Behörden riefen in der Region um Ruse, in Dobritsch und in neun kleineren Städten im Nordosten den Notstand aus. 80 Städte waren weiter ohne Strom, mehr als 50 Ortschaften mussten ohne Trinkwasser auskommen. Soldaten sollten Brot in die von der Außenwelt abgeschnittenen Regionen bringen.

Auch der Verkehr kam in weiten Teilen des Landes zum Erliegen. Die Hauptautobahn östlich der Hauptstadt Sofia blieb weiter gesperrt, in Silistra blieb ein Zug aufgrund von Schneeverwehungen stecken. Der Schiffsverkehr auf der Donau, die bei Ruse um bis zu 60 Prozent zufror, war eingeschränkt. Auch der wichtigste Hafen Bulgariens in Varna musste wegen Sturms geschlossen werden.

Unterdessen entspannte sich die Lage im Nachbarland Rumänien allmählich. Dort wurden die meisten gesperrten Straßen wieder für den Verkehr geöffnet, und auch die Schwarzmeer-Häfen waren wieder schiffbar. Die beiden Flughäfen der Hauptstadt Bukarest waren wieder offen.

Im Norden Griechenlands sind wegen vereister Straßen in 20 Regionen Schneeketten erforderlich. Betroffen sind vor allem die Umgebung um die Städte Florina, Kozani und das Gebiet nördlich der Hafenstadt Thessaloniki. Die Kältewelle werde bis Sonntag dauern, sagten Meteorologen. In Südgriechenland herrschten dagegen für die Jahreszeit normale Temperaturen um die zwölf Grad Celsius.

Im Nordosten Albaniens sind etwa 10.000 Menschen nach einem schweren Wintersturm in ihren Dörfern eingeschlossen, meldeten lokale Medien. Die Menschen werden vom staatlichen Zivilschutz mit Essen und Kleidung versorgt. Der tschechische Rundfunk berichtete von Verkehrsbehinderungen durch Schneeverwehungen.

esp/AFP/dpa