Wintereinbruch in Deutschland mit Schnee und Eis - DER SPIEGEL
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Winter in Europa: Kälte in Russland, Sonnenschein in Deutschland

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Wintereinbruch in Europa Gauck in Zagreb eingeschneit

Mit Schnee und Kälte hat der Winter in Europa Einzug gehalten. In Deutschland profitierten Wintersportler davon. Ernster war die Lage in Russland. Dort starben mehrere Menschen in der Kälte. Bundespräsident Gauck saß stundenlang in Kroatien fest.
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Berlin/Moskau - Glatte Straßen, Minusgrade, aber auch Wintersport: Mit reichlich Schnee und Kälte erlebt Deutschland den Wintereinbruch. Nachdem das Wetter am Freitag noch für Verkehrschaos sorgte, war die Lage am Samstag deutlich entspannter. Viele nutzen das Wochenende für Skifahren und Rodeln.

In Russland dagegen bereitet die Kälte den Menschen teils heftige Probleme. Die Behörden sprechen bereits vom härtesten Winter seit 20 Jahren. In Moskau fielen nach stundenlangem Schneefall und Eisregen auf den drei internationalen Flughäfen etliche Flüge aus. In der Hauptstadt versuchten am Samstag etwa 7300 Arbeiter, die Wege von Glatteis und sieben Zentimetern Neuschnee zu befreien.

"In diesem härtesten Winter seit 20 Jahren in Russland sind in Moskau bereits mindestens sechs Menschen erfroren", sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums der Agentur Interfax. In Jakutsk im Osten des Landes wurden minus 29 Grad Celsius gemessen.

Gaucks Maschine konnte nicht starten

Bundespräsident Joachim Gauck erlebte den Wintereinbruch in Kroatien. Wegen starker Schneefälle saß er dort stundenlang in der Hauptstadt Zagreb fest und konnte erst mit Verspätung nach Deutschland zurückfliegen. Gauck wurde am Abend in Berlin erwartet. Ursprünglich war die Ankunft für 14.35 Uhr geplant.

Über Nacht war in Zagreb bei eisigem Nordwind knapp ein halber Meter Schnee gefallen, was zu starken Verkehrsbehinderungen führte. Der Flughafen blieb für Stunden geschlossen. Gauck nahm die Verzögerung gelassen hin: "Wir bereiten uns auf ein wunderschönes Wochenende vor - im Schnee", scherzte er.

In Deutschland fielen die Temperaturen in der Nacht zum Samstag vielerorts auf die kältesten Werte dieses Winters. In Pulheim/Brauweiler bei Köln sank das Thermometer dem Wetterdienst Meteomedia zufolge auf minus 14 Grad. In Sohland in der Oberlausitz meldete der Deutsche Wetterdienst sogar 22,3 Grad unter Null.

Am Frankfurter Flughafen hatte die Lufthansa bis Samstagmorgen rund hundert Flüge gestrichen. Doch dann entspannte sich die Lage. "Alles läuft glatt", sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Für Sonntag wurden weitere Schneefälle vorhergesagt. Die Airlines würden dann kurzfristig entscheiden, wie sie reagieren, hieß es.

Ramsauer bittet um Verständnis für die Bahn

Wintersportler nutzten den Schnee am Samstag für Ausflüge. Im Harz, Hunsrück, Odenwald oder Taunus herrschten gute Bedingungen. Sogar in Schleswig-Holstein wurde ein Skilift in Gang gesetzt. Dort ist der bundesweit nördlichste Skilift am Bungsberg mit gerade einmal 168 Metern Höhe nach Angaben des Betreibers geöffnet.

Unterdessen bat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer um Nachsicht mit der Bahn. Das Unternehmen habe mit Weichenheizungen, Enteisungsanlagen und mehr Personal zum Schneeräumen vorgesorgt, sagte der CSU-Politiker der Zeitschrift "Superillu". "Bei schwersten Wetterlagen sind auch wir machtlos. Da braucht man ein wenig Demut vor der Natur", sagte er.

mmq/dpa/dapd

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