Winterwetter Europaweite Schneeballschlacht
Berlin/London/New York - Auf deutschen Autobahnen ging nichts mehr. Hunderte Kilometer Stau registrierten die Polizisten, Streufahrzeuge und Abschleppwagen waren im Dauereinsatz. Mehr als 1000 Mal krachte es, vor allem in den Morgenstunden waren die Straßen spiegelglatt. Chaos herrschte auch an den Flughäfen: Allein in Frankfurt am Main fielen bis zum Mittag 84 Flüge aus, zudem kam es zu zahlreichen Verspätungen, teilte der Verkehrsleiter vom Dienst mit. Fraport-Sprecher Wolf-Dieter Schaller riet den Reisenden, sich direkt mit den Airlines in Verbindung zu setzen, um die aktuelle Lage zu erfragen.
Im Laufe des Tages entspannte sich die Lage zunächst, allerdings nahm am Abend der Schneefall besonders im Norden wieder deutlich zu. Schwere Unfälle blieben aber aus. Zum Wochenende soll es wieder wärmer werden, und danach ist eine Rückkehr des Winters laut Meteorologen vorerst nicht in Sicht.
Auch in den europäischen Nachbarländern sorgte der heftige Wintereinbruch für teilweise chaotische Zustände. Selbst in London, wo Schneeflocken wegen des nahen Golfstroms eine Seltenheit sind, mussten mehr als 200 Flugverbindungen gestrichen werden; hunderte Passagiere saßen fest. Schulkinder in ganz Großbritannien nutzten die weiße Pracht für Schlittenfahrten und Schneeballschlachten. In Schottland mussten mehrere Straßen gesperrt werden.
Der Wintereinbruch bescherte auch den Parisern ungewohnten Schnee und bremste tausende Pendler aus. In 18 Departements erhielten Lastwagen vorübergehend Fahrverbot, um größere Behinderungen auf den glatten Straßen zu vermeiden. Nördlich der Hauptstadt und in Teilen der Normandie fielen Schulbusse aus. Auch im Süden und Südwesten des Landes lösten die Behörden Schneealarm aus.
Der Osten der USA hoffte weiter vergeblich auf milderes Wetter. Ein neuerlicher Schneesturm sorgte erneut für ein Verkehrschaos. Der Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York blieb schon seit gestern geschlossen, Hunderte von Flügen wurden gestrichen, und die Zahl der durch Schnee, Eis und Kälte umgekommenen Menschen zwischen Kansas und Ostküste stieg auf 55. Im Südosten blieben Tausende Haushalte wegen unterbrochener Stromleitungen ohne Elektrizität. In vielen Neuenglandstaaten fiel der Unterricht aus, auch für alle 1,1 Millionen New Yorker Schüler. Sie konnten sich dafür über die Pracht im Central Park freuen: Dort lagen 26,6 Zentimeter Schnee.