Wirbelsturm "Patricia": Behörden warnen vor Erdrutschen - DER SPIEGEL
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Wirbelsturm "Patricia" in Mexiko Sturmregion drohen Erdrutsche

Umgestürzte Bäume, Überflutungen - außerdem drohen womöglich Erdrutsche. Dennoch sieht es so aus, als habe der Wirbelsturm "Patricia" Mexiko nicht so hart getroffen wie zuvor befürchtet.
Wirbelsturm "Patricia" in Mexiko: Sturmregion drohen Erdrutsche
Wirbelsturm "Patricia" in Mexiko: Sturmregion drohen Erdrutsche

Wirbelsturm "Patricia" in Mexiko: Sturmregion drohen Erdrutsche

Foto: Rebecca Blackwell/ AP/dpa
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Die befürchtete Katastrophe durch den stärksten jemals registrierten Hurrikan hat es in Mexiko nicht gegeben - aber die Behörden warnen, dass die Gefahr womöglich noch nicht ausgestanden ist. Dem Nationalen Hurrikanzentrum der USA zufolge wurde Hurrikan "Patricia" von der höchstmöglichen Kategorie fünf inzwischen auf die Kategorie tropischer Sturm herabgestuft. Die Meteorologen gehen davon aus, dass sich der Sturm über bergigem Gelände bis zum Samstagabend komplett auflöst.

Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto sagte in einer Ansprache an die Nation, obwohl der Hurrikan weniger Schäden verursacht habe als bei dessen Stärke zu erwarten gewesen wäre, gelte es, wachsam zu bleiben. Der Sturm brachte heftige Regenfälle mit sich, die Überschwemmungen und Erdrutsche auslösten. Bäume wurden entwurzelt. Das genaue Ausmaß der Schäden wird erst im Verlauf des Samstags registriert werden können.

Peña Nieto rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen. "Bislang haben die Alarmsysteme und der Zivilschutz funktioniert", lobte er. Doch der gefährlichste Teil des Hurrikans stehe noch bevor, warnte der Präsident und forderte die von "Patricia" bedrohten Mexikaner auf, in den Notunterkünften zu bleiben.

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Super-Hurrikan: “Patricia“ verschont Mexiko

Foto: Jonathan Levinson/ AFP

Zwar sei die Bedrohung in Mexikos Küstenregionen geringer geworden, doch dafür steige die Gefahr in den höher gelegenen Landesteilen, teilte das US-Hurrikan-Zentrum mit. Demnach drohte der starke Niederschlag in den mexikanischen Bundesstaaten Nayarit, Jalisco, Colima und Guerrero Überschwemmungen und Erdrutsche zu verursachen.

Sammelstellen für Sachspenden und Lebensmittel

Berichte über Opfer gab es zunächst nicht - womöglich auch, weil der Sturm in einer vergleichsweise dünn besiedelten Gegend an der mexikanischen Pazifikküste auf Land getroffen war. Hier liegen teure Touristenziele ebenso wie ärmliche kleine Dörfer. Insgesamt leben in der betroffenen Region rund 400.000 Menschen. Außerdem hielten sich Tausende Touristen an der Küste auf.

Unmittelbar vor dem Auftreffen des Wirbelsturms auf das Festland waren Windgeschwindigkeiten von bis zu 325 Stundenkilometern registriert worden. Damit war "Patricia" noch stärker als der Supertaifun "Haiyan", durch den im November 2013 auf den Philippinen 7350 Menschen ums Leben gekommen waren. Als das Auge des Hurrikans in Mexiko, nahe der Stadt Emiliano Zapata im Bundesstaat Jalisco auf Land traf, wurden 270 Stundenkilometer gemessen.

In Erwartung des Hurrikans waren Häfen und Schulen an der mexikanischen Pazifikküste geschlossen worden. Hunderte Schutzunterkünfte wurden eingerichtet, Tausende Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht. Allein aus dem Urlaubsort Puerto Vallarta, wo sich etwa 21.000 mexikanische und 7000 ausländische Touristen befanden, gab es 3500 Evakuierungen. Zahlreiche weitere Menschen suchten in Schutzeinrichtungen, Busstationen und am Flughafen Zuflucht. Einwohner und Ladenbesitzer hatten ihre Fenster und Vitrinen vor dem Hurrikan mit Holzplatten gesichert.

Patricia aus dem All: Foto von der Internationalen Raumstation

Patricia aus dem All: Foto von der Internationalen Raumstation

Foto: REUTERS / Nasa

Der mexikanische Landwirtschaftsminister José Calzada sagte, allein im Bundesstaat Colima seien etwa 350 Bäume entwurzelt worden. Zu den am stärksten betroffenen Bundesstaaten gehörte auch Nayarit.

Von Puerto Vallarta bis zur Hafenstadt Manzanillo in Colima schalteten die Behörden den Strom wegen der Lebensgefahr durch Stromschlag ab. In 30 Orten der Region waren die Telefonverbindungen gestört. Bundespolizisten und Marineangehörige wurden zur Unterstützung der Bevölkerung in die Unglücksregion entsandt. Im ganzen Land wurden Sammelstellen für Sachspenden und Lebensmittel eingerichtet.

chs/AFP/AP/Reuters