Wirbelsturm: "Stan" fordert immer mehr Opfer - DER SPIEGEL
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Wirbelsturm "Stan" fordert immer mehr Opfer

Nachdem Wirbelsturm "Stan" über Mittelamerika hinweggefegt ist, steigt die Zahl der Todesopfer fast stündlich an. Insgesamt meldeten die betroffenen Länder mindestens 160 Tote. Vor allem in El Salvador und Guatemala ist die Lage wegen der sintflutartigen Regenfälle dramatisch.
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San Salvador - Die Behörden in den mittelamerikanischen Ländern warnten vor den gefährlichen Folgen der noch immer anhaltenden Regenstürme. In El Salvador gab es zahlreiche Erdrutsche, dutzende Ortschaften standen unter Wasser, mehrere Brücken kurz vor dem Einsturz. "Die Lage ist mehr als kritisch", sagte der Sprecher der Notstandskommission, Raul Morillo. Deutschland und die USA sagten Hilfsgelder für die betroffenen Gebiete zu.

Der guatemaltekische Präsident Oscar Berger gab gestern den Tod von 18 weiteren Menschen bekannt; insgesamt gab es mindestens 79 Todesfälle in dem extrem armen Land. Die Behörden in Guatemala gingen jedoch davon aus, dass allein in diesem Land mehr als 100 Menschen zu Tode gekommen sein dürften. Viele Menschen gelten als vermisst.

Etwa 26.000 Menschen flohen aus ihren Häusern. Mehr als 3300 Gebäude wurden durch die Überschwemmungen beschädigt. Ein Sprecher der Notstandsbehörde sagte, in allen Flüssen der Südküste steige der Wasserpegel rapide an. Sollten die Regenfälle nicht aufhören, werde es noch größere Schäden als schon bisher geben.

In El Salvador kamen mindestens 62 Menschen ums Leben. Präsident Antonio Saca rief die Bevölkerung dringend zum Verlassen aller gefährdeten Gebiete auf. Die starken Regenfälle würden auch heute noch andauern, sagte er. Fast 34.000 Salvadorianer flohen vor den Fluten, aber auch vor dem Vulkan Santa Ana, durch den am Samstag zwei Menschen ums Leben gekommen waren. Ein Sprecher des Roten Kreuzes sagte, es gebe "überall" Überschwemmungen, Brücken stünden kurz vor dem Einsturz, dutzende Straßen seien durch Erdrutsche blockiert. "Die Not ist größer als unsere Rettungskapazitäten." Aus Mexiko wurden acht Todesfälle gemeldet, aus Nicaragua elf.

"Stan" ist bereits der zehnte atlantische Hurrikan in diesem Jahr. Die derzeitige Sturmsaison, die noch bis Ende November andauern wird, gehört zu den schwersten in der Geschichte.