WM-Betrachtungen: Blanker Torso, oder Tor - so? - DER SPIEGEL
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Trends: Torso vor Tor

Foto: Nuno Veiga/ dpa

WM-Betrachtungen Blanker Torso, oder Tor - so?

In England wird nach der WM-Niederlage gegen Deutschland diskutiert, welche Rolle das Brusthaar eines Kickers im Hinblick auf seine Tor-Trefferquote spielt. Das sollte man sich mal genauer anschauen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - In typisch amüsant-grotesker Weise lieferte Englands Boulevardpresse eine Erklärung für die WM-Torflaute des vermeintlichen Wunderstürmers Wayne Rooney (der in der Premier League diese Saison 26 Mal in 32 Spielen getroffen hatte). Rooney habe, so die "Daily Mail", wie der biblische Samson seine Kräfte nach einer Rasur verloren.

Anders als bei Samson war es bei Rooney nicht das Kopfhaar, das fiel, sondern der Pelz auf der Brust.

Rooney folgte jedoch lediglich einer besonders in Fußballerkreisen seit langem etablierten Mode: Wer auf sich hält, lupft sein Shirt, um der Weltöffentlichkeit ein blank rasiertes Sixpack zu präsentieren - natürlich erst nach dem Schlusspfiff, beim Trikottausch. Während des Spiels gäbe es Ärger mit den Schiedsrichtern. Seit 1996 gilt: Wer den nackten Leib während des Spiels zeigt, sieht Gelb.

Vorreiter des unbestreitbar narzisstischen "Schaut auf meinen Oberkörper" Trends ist natürlich Portugals bildschöner Star Ronaldo - der traf bei der WM allerdings auch erst einmal. Sein spanischer Rivale David Villa dagegen erzielte drei Treffer - der behält sein Shirt jedoch stets an.

pad