WM-Outfits Mein Leben als Ball
Frankfurt am Main - Sehen und gesehen werden: Die Devise, die schon für die Römer galt, die sich bei Gladiatorenkämpfen im Circus Maximus vergnügten, trifft genauso für den WM-Besucher von heute zu. Sich im Trikot seiner Lieblingsmannschaft zu zeigen, genügt dabei längst nicht mehr. Mindestens ein Schal in den Landesfarben muss her, passende Schminke und vielleicht ein Hut. Diesem sollte man das Hutsein freilich nicht ansehen - sieht er jedoch aus wie ein Stadion, ein Fußball oder ein Schweizer Käse, ist er genau der richtige. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland zeigen sich viele Fans in auffälligen, bisweilen sogar originellen Outfits.
Kurz und knapp: Dieser Fan steht auf Deutschland - und sitzt auch drauf
Foto: DPAEin - weiblicher - Fan des südkoreanischen Teams schneiderte sich aus der Flagge des Landes - rot-blaues Symbol auf weißem Grund - ein schulterfreies kurzes Kleid. In einem Rock aus Kunstrasen, dekoriert mit einer Fußball-Lichterkette, zeigte sich eine andere Fußball-Begeisterte in Frankfurt. Und ein Oranje-Fan präsentierte sich mit einer Perücke aus echten Karotten. Und statt einer Brille können Fans zurzeit auch Kontaktlinsen im Fußball-Design tragen.
Schweizer Fans trugen beim Auftaktspiel in Stuttgart gegen Frankreich Hüte mit einem überdimensionalen Käse auf dem Kopf. Beliebt bei heißem Wetter sind im Übrigen auch Sombreros - nicht nur bei Mexikanern. Ebenfalls ein Renner sind Fan-Perücken vom Typ "Irokese" - in den jeweiligen Nationalfarben, wahlweise bürstenartig oder glatt nach hinten gekämmt. Gern gehen die Fans auch als Ball - als Hut, als Gesichtsmaske oder als etwas unbequeme Ganzkörperbekleidung.
Hawaii-Girlanden in Schwarz-Rot-Gold oder anderen Nationalfarben gehören da eher zu den weniger originellen Accessoires. Flaggen im Gesicht gehören neben dem Winke-Fähnchen schon zur Staatsbürgerpflicht, Fans der verschiedenen Nationalitäten malen sie sich gegenseitig auf die Wangen.
Wem es an Ideen für ein originelles Fan-Outfit mangelt, findet Anregungen bei einigen Modeschöpfern. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Bikini im Look der jeweiligen Nationalflagge, wie sie der Berliner Designer Torsten Amft zeigt? Oder enge Lederkleider aus zwei Hälften - jede in den Farben einer Fußballnationalmannschaft. Der Clou bei dem Entwurf von Daniel Rodan: Mit Hilfe eines Reißverschlusses lassen sich die Hälften austauschen, so dass man wirklich für jedes Match gerüstet ist.
Susanne Gabriel, AP