Eraldo Peres / AP / picture alliance
Ob sich dieser Karnevalist den Inhalt all der Getränkedosen seines Kostüms selbst einverleibt hat, ist nicht überliefert. Wohl aber die Genese der besonderen Verkleidungstradition in der kleinen Stadt Madre de Deus in der brasilianischen Allerheiligenbucht. Angesichts der Müllmassen, die der Karneval dort immer wieder produzierte, begann eine Freundesgruppe 1997 mit dem Sammeln zurückgelassener Aluminiumdosen und heftete sich diese kurzerhand an die Klamotten.
Inzwischen sind die »Pierros«, so der lokale Name der Recyclingroben, überregional bekannt. Ein Gewand besteht aus rund 1600 Dosen, die sortiert, ausgewaschen und schließlich in mühsamer Kleinarbeit zu einer Blechrüstung zusammengebastelt werden. Der Erfolg hat die Büchsenleute zuletzt regelrecht überwältigt: Aus Mangel an verfügbaren Dosen für neue Kostüme musste die Gruppe extra Sammler engagieren.