Wolf-Prozess: Der Killer kam als Gärtner - DER SPIEGEL
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Wolf-Prozess Der Killer kam als Gärtner

Mit blumigen Worten schilderte der ehemalige Fremdenlegionär Ralf M., wie ihn der frühere Minister Jochen Wolf dazu bringen wollte, endlich seine Frau umzubringen. M. wollte die Tat angeblich nie ausführen. Er habe es nur auf das Geld abgesehen, sagte er vor Gericht.
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Potsdam - Ein Hauch von Halbwelt machte sich im Landgericht Potsdam breit, als der Hauptbelastungszeuge im Mordkomplott-Prozess gegen den früheren brandenburgischen Bauminister Wolf aussagte.

Der Kleinkriminelle, vielfach vorbestrafte Ralf M. berichtete, wie Wolf ihn mit der Ermordung seiner Frau beauftragte. In der Folgezeit habe ihn der ehemalige Politiker sogar immer wieder gedrängt, das Verbrechen auszuführen.

Doch er und sein Mittelsmann Andre D. hätten nie die Absicht gehabt, den Mord tatsächlich zu begehen. Sie wollten nur das in Aussicht gestellte Killerhonorar von 10.200 Euro (20.000 Mark) abkassieren. M. erzählte ausführlich, wie er Wolf immer wieder hingehalten habe und trotzdem schon einen Vorschuss einsackte.

Wie ein Killer aussehen

Der ehemalige Fremdenlegionär M. erzählte, wie er als Gärtner verkleidet im Haus von Ursula Wolf auftauchte und sie in ein Gespräch verwickelte. "Wir haben uns phantastisch unterhalten," sagte der Hauptzeuge. Dem Ehemann habe er dann erzählt, er sondiere das Gelände für die geplante Tat. Er habe sich den Kopf rasiert und sich in Lederklamotten geschmissen, berichtet der Kleinkriminelle, damit sein Auftraggeber ihm auch die Rolle des Killers abnehme.

Ralf M. war mit einer Decke überm Kopf zum Gerichtssaal gebracht worden und wurde in einem Auto mit schwarzen Heckscheiben gefahren. Ein Polizist erklärte, M. habe in der Wuppertaler Drogenszene als V-Mann gearbeitet.

Der ehemalige Fremdenlegionär war zufällig der Polizei in die Hände geraten und hatte im Gefängnis von dem Mordkomplott erzählt. Mit Hilfe des vermeintlichen Killers war Wolf festgenommen worden. Mit seiner Aussage bestätigte Ralf M. jetzt im Wesentlichen die Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt. Wolfs Frau soll am Donnerstag vernommen werden.