World-Award-Gala "Das ist für Dich, Roy!"
Hamburg - Hollywood-Flair in Deutschland: Unter dem Jubel zahlreicher Autogrammjäger und im Blitzlichtgewitter der Fotografen kamen die Schauspieler Michael Douglas und Morgan Freemann, der Bee-Gees-Musiker Robin Gibb und Modeschöpfer Karl Lagerfeld zu der großen Gala in der Musikhalle. Magier Siegfried Fischbacher vom Las-Vegas-Duo Siegfried & Roy, dessen Partner vor kurzem von einem Tiger lebensgefährlich verletzt wurde, verzichtete auf den Gang über den roten Teppich. Auch der seit einem Unfall gelähmte "Superman" Christopher Reeve war persönlich zu der Preisverleihung gekommen.
Zu den bewegendsten Augenblicken der Gala vor mehr als 1000 Gästen, darunter zahlreiche Prominente, im Großen Saal der Musikhalle gehörten die Auftritte von Magier Siegfried, Schauspieler Reeve und dem 12-jährigen Ali, der im Irak-Krieg seine Arme verloren hat. "Das war das erste Mal in 44 Jahren, dass ich so etwas alleine mache", sagte Siegfried sichtlich gerührt. "Doch bald werden Siegfried & Roy wieder gemeinsam auf der Bühne stehen." Für ihn sei es eine besondere Ehre den Preis von Michail Gorbatschow, dem ehemaligen sowjetischen Präsidenten und Schirmherr der World Awards, zu bekommen. "Siegfried & Roy haben nur Elefanten verschwinden lassen, Sie aber eine ganze Mauer", meinte der 64-Jährige. Am Ende seines kurzen Auftritts riss Siegfried die beiden Bronzefiguren nach oben und rief: "Das ist für Dich, Roy!"
"Ich habe immer geglaubt, dass nichts unmöglich ist. Nach meinem Unfall habe ich eine andere Definition erfahren von dem, was möglich ist", sagte der im Rollstuhl sitzende Reeve. Er appellierte an alle Menschen, sich für einander einzusetzen. "Man muss sich aber nicht gleich den Hals brechen, um zu zeigen, was es heißt, menschlich zu sein." Der 12-jährige Ali bedankte sich bei den Ärzten des Irak- Krieges, die als "Men Of The Year" ausgezeichnet wurden. "Ich habe Mutter und Vater verloren. Das tat mir mehr weh als jeder schreckliche Schmerz. Krieg ist das Schlimmste, was es gibt. Ich verstehe nicht, warum Erwachsene so etwas machen."
Als einer der "wichtigsten Charakterdarsteller Hollywoods" wurde Schauspieler Morgan Freeman geehrt, der die Zuschauer mit der Begrüßung "Ich bin ein Hamburger!" begeisterte. Sein Kollege Michael Douglas nutzte den Auftritt für einen Friedensappell: "Ich glaube, dass Thema des Abends ist, eine bessere Welt zu schaffen", sagte Douglas. "Terrorismus, Nuklearwaffen, Waffenhandel und Landminen kennen keine Grenzen."
Für Dougals gehörte zu den beeindruckendsten Preisträgern des Abends auch der Wissenschaftler Prof. Dietrich Grönemeyer, der für seine Forschungen im Kampf gegen Krebs ausgezeichnet wurde. "Der Preis hat eine hohe Bedeutung für alle Tumorpatienten", sagte der Bruder von Sänger Herbert Grönemeyer. Die Frau des Musikers sowie ein weiterer Bruder waren an Krebs gestorben.
Moderiert wurde die Show, deren Höhepunkte die ARD am Donnerstag (23 Uhr) zeigt, von Reinhold Beckmann. Radprofi Jan Ullrich erhielt die Bronzefigur von den Damen-Fußballweltmeisterinnen. Der "World Fashion Award" ging an Designer Karl Lagerfeld. "Ich weiß nicht, ob ich der Richtige für diesen Preis bin. Ich habe doch immer nur versucht, an der Oberfläche zu verschönern", sagte der Modezar. Filmschauspieler Til Schweiger überreichte dem Pop-Duo Pet Shop Boys den Preis. Yusuf Islam, der als Musiker Cat Stevens Erfolge feierte, erhielt seine Trophäe von Komiker Otto Waalkes. Der zum Islam übergetretene Musikstar spendet die Tantiemen aus seinen Hits für karitative Zwecke.
Die undotierten World Awards, die von einer österreichischen PR- Agentur ebenso wie der "World Men's Day" (3. November) im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurden, werden ausschließlich an Männer vergeben. In diesem Jahr sprach die Jury die Auszeichnungen in 13 Kategorien Männern aus Politik, Wirtschaft, Film, Show und Wissenschaft zu, die "unsere Welt verändert haben". Zu den 300 Juroren gehören ebenfalls zahlreiche Prominente. Mit Sonderpreisen wurden Reeve und die Bee Gees bedacht.
Zu den weiteren Preisträgern gehörten der Unternehmer Heinrich von Pierer und der polnische Ex-Präsident Lech Walesa. US-Talkmaster Larry King und Star-Tenor Placido Domingo waren nicht zur Preisverleihung, die erstmals aus Österreich ins Ausland gewechselt war, an die Elbe gereist.