Wunderbare Waschsalons - DER SPIEGEL
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STÄDTE Wunderbare Waschsalons

• aus DER SPIEGEL 51/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Weit vor der Erfindung der Waschmaschine waren die Waschstellen am Fluss und die Waschküchen Orte des Gesprächs und Börsen des Klatsches. Die Waschsalons unserer Zeit waren nur im Film ("Mein wunderbarer Waschsalon") geeignet, an diese Tradition anzuknüpfen - zu grell das Neonlicht, zu laut die Maschinen. Aber nun wird allerorts wiederentdeckt, dass der Mensch geneigt ist, das Notwendige mit dem Angenehmen zu verbinden oder umgekehrt. Eröffnet werden: Waschsalons als Bars und Cafés. In Städten wie New York, San Francisco und Amsterdam gibt es sie schon etwas länger, Berlin, Köln und Leipzig zogen nach, im Herbst eröffnete in Hamburg die feine Ottenser »WaschBar«. Hier schnurren chromblitzende »Miele Professionals« leise bei der Arbeit, während der Besucher der Chill-out-Musik lauscht und dabei bloß noch zwischen den Cocktails »Schleudergang« oder »Weichspüler« wählen muss. »Selbst ernanntes Zentrum für Kommunikation und Sauberkeit« nannten die Geschäftsführer Dirk Bergmann, 31, Sascha Castrup, 31, und Frank Laudahn, 34, ihren Laden, in dem an Wochenenden auch von anerkannten DJs aufgelegt wird. Demnächst soll hier auch Theater gespielt werden. Einziger Nachteil: Wer die »WaschBar« verlässt, dessen Kleider riechen stark nach Zigarettenrauch - aber man weiß ja, wo man waschen kann.

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