WWF: Scharfe Kritik an Rumänien und Ungarn - DER SPIEGEL
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WWF Scharfe Kritik an Rumänien und Ungarn

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Gland - Die Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) hat die Regierungen Rumäniens und Ungarns aufgefordert, bei der Bewältigung der Umweltkatastrophe in den Flüssen Theiß und Donau nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

"Wir haben jetzt genug Verzögerungen erlebt", sagte der ungarische WWF-Direktor Gyorgy Gado. "Die beiden Regierungen müssen jetzt sofort aktiv werden, nicht erst nächste Woche oder nächsten Monat." Zunächst müssten Spezialisten das gesamte Ausmaß der Katastrophe abschätzen, dann sei ein Plan zur Rettung des Gebiets notwendig und langfristig auch Maßnahmen zur Verhinderung ähnlicher Unfälle.

Trotz der Gefahr für die Tierwelt und die Anwohner des Flusses hätten die beiden Regierungen die Öffentlichkeit zunächst nicht über den Austritt der hochgiftigen Zyanid-Lauge informiert, kritisierte der WWF.

"Das Auslaufen der Giftstoffe hat in der Theiß auf einer Länge von 400 Kilometern schon praktisch jedes Leben vernichtet", hieß es in einer am Dienstag im schweizerischen Gland veröffentlichten Stellungnahme.

In der oberen Theiß lebten nach WWF-Angaben 19 der insgesamt 29 geschützten Fischarten Ungarns. Bisher seien mehr als 100 Tonnen toter Fische von der Flussoberfläche eingesammelt worden. Auf dem Grund liegen Schätzungen zufolge allerdings noch weit mehr. Der WWF warnte zudem vor Gefahren für die Vögel, die sich von Lebewesen aus dem Fluss ernährten.