"Xangsane" Tropensturm verwüstet Vietnams Küste
Hanoi - Es waren erschütternde Bilder: Das Fernsehen zeigte Rettungskräfte, die Bewohner aus zerstörten Häusern in Sicherheit brachten. In der Millionenstadt Danang und ihrer Umgebung deckten die heftigen Winde tausende Dächer ab und rissen Bäume aus. In dem bei Touristen äußerst beliebten Ort, der viertgrößten Stadt des Landes, kamen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge drei Menschen ums Leben. Vier Menschen seien in den Tod gerissen worden, als sie nördlich von Danang an einem Hochwasser führenden Fluss angelten, berichtet die Agentur weiter. AP berichtet von insgesamt mindestens sechs Toten.
Mindestens 435 Menschen wurden verletzt. Strom fiel aus, Flüge und Zugverbindungen in der betroffenen Region wurden gestrichen. Rund 5500 Wohnungen wurden Behördenangaben zufolge allein in Danang zerstört oder beschädigt. "Die Patienten sind überall auf dem Korridor", erklärte der Arzt Nguyen Ba Hun vom Allgemeinen Krankenhaus der Stadt. "Wir sind vollkommen überwältigt. Ich habe so etwas in den 12 Jahren, die ich hier arbeite, noch nie gesehen."
Auch in der Nachbarprovinz Quang Nam hinterließ der Sturm eine Spur der Verwüstung. Dem Gouverneur Nguyen Ngoc zufolge starb eine Frau unter herabstürzendem Geröll. 61.000 Menschen seien aus der Altstadt von Hoi An evakuiert worden, darunter rund 500 Touristen, die sich in Hotels aufgehalten hatten. In der Provinz Thua Thien Hue wurden 43 Menschen verletzt und etwa 14.000 Wohnungen zerstört oder beschädigt, wie der zuständige Beamte Phan Than Hung erklärte.
Die Behörden des Landes hatten vor dem Eintreffen von "Xangsane" 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Es war das größte Schutzprogramm in der Geschichte des Landes. Das Zentrum des Sturms zog mit einer Geschwindigkeit von bis zu 175 Kilometern pro Stunde durch Danang. Zuvor hatte "Xangsane" bei seinem Zug über die zentralen und nördlichen Gebiete der Philippinen verheerende Schäden angerichtet. 76 Menschen kamen ums Leben. Offiziellen Angaben zufolge sind noch 69 Menschen vermisst und mehr als 100.000 Menschen halten sich in Evakuierungszentren auf. "Xangsane", was auf laotisch "Elefant" bedeutet, war der zehnte Taifun der Saison.
In Vietnam warnte der Wetterdienst vor anhaltenden schweren Regenfällen in den nächsten Tagen, die tödliche Erdrutsche und Überschwemmungen mit sich bringen könnten. Auch auf den Philippinen waren die meisten Opfer des Taifuns aufgrund von Überflutungen und Erdrutschen zu beklagen.
ase/Reuters/AP