Yellowstone Club Spielplatz der Superreichen macht Pleite
Billings - Sanft windet sich das Grün zwischen Wäldern und Seen, vom Himmel strahlt die Sonne und im Hintergrund ragen die schneebedeckten Rocky Mountains in den blauen Himmel.
Willkommen im Yellowstone Club im US-Bundesstaat Montana, "der weltweit einzigen privaten Ski- und Golfgemeinschaft", heißt es auf der Web-Seite des exklusiven US-Resorts. 300.000 US-Dollar Aufnahmegebühr und rund 16.000 Dollar Jahresbeitrag zahlte Amerikas Geldaristokratie bisher, um im Urlaub auch wirklich unter sich zu bleiben.
Doch auch vor den Toren dieses Rückzugsorts für urlaubsreife Milliardäre - auch Microsoft-Gründer Bill Gates soll zu den Mitgliedern gehören - macht die unschöne Realität nicht halt.
Wie Yellowstone-Sprecher Bill Keegan am Montag bestätigte, hat das Management des Clubs Gläubigerschutz beantragt. Man wolle die Insolvenz "so bald wie möglich" hinter sich lassen, hieß es in der Erklärung.
Die Finanzen für den täglichen Betrieb seien noch gesichert, und der Club werde vermutlich während der Skisaison geöffnet bleiben.
Das zahlungskräftige Klientel des Clubs kaufte Grundstücke und baute Häuser in dem Rocky-Mountain-Gebiet. Kosten: zwischen drei und 20 Millionen US-Dollar. Dafür konnten die zuletzt 340 Mitglieder die Club-Angebote kostenlos nutzen. Dazu zählten im Winter unter anderem 60 Privatpisten mit einer Gesamtlänge von 56 Kilometern oder ein 18-Loch-Golfplatz im Sommer.
Die Insolvenz sei der beste Schritt gewesen, um langfristig die Mitglieder und die Zukunft des Yellowstone Club zu sichern, sagte Unternehmenssprecher Keegan. Der Club hatte 1999 eröffnet, auf einem rund 5400 Hektar großen Gelände in den Rocky Mountains.
Noch vor zwei Monaten hatte Geschäftsführerin Edra Blixseth ehrgeizige Ausbaupläne bekanntgegeben. So sollten 450 weitere Häuser und Apartments im Yellowstone Club entstehen. Auch ein Spa, ein Golf-Clubhaus, ein Baseball-Feld und weitere Ski-Pisten waren geplant.
Daraus wird jetzt wohl nichts.
Die Pleite bildet den vorläufigen Höhepunkt einer Reihe von Auseinandersetzungen um den Club. So hatte sich erst kürzlich das Gründer-Paar, Tim und Edra Blixseth, scheiden lassen, sie hatte danach die Geschäftsführung übernommen.
Im August konnte der Club einen Rechtsstreit mit Yellowstone-Mitglied und dreifachem Tour-de-France-Gewinner Greg LeMond nur gegen Zahlung von 39,5 Millionen US-Dollar beilegen. Dabei war es um strittige Beteiligungen an dem Club gegangen.
ber/AP